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Kommentar: Falsch verstandener Denkmalschutz

Warum die “Beamtenlaufbahn” weg kann

wp-1460131102890.jpegSie wird nicht mehr gebraucht, und sie stört: Der Verbindungsgang zwischen dem Rathaus Wedding und dem jetzigen Jobcenter, ironisch “Beamtenlaufbahn” getauft, blockiert die Blickachse zwischen Müllerstraße und dem Campus der Beuth-Hochschule für Technik.

Er zerschneidet die Limburger Straße, die in den 1960er Jahre noch erfahrbar am Rathaus Wedding in die Müllerstraße mündete – bis zwischen 1964 und 1966 der Rathausneubau samt Verbindungsbrücke gebaut wurde, die Mitarbeitern und Besuchern einen einfachen Übergang zwischen Alt- und Neubau gewährleistete.

Diese Brücke ist jetzt nicht mehr erforderlich. Ein Abriss wäre nur konsequent, auch weil der öffentliche Raum, den der Gang zerschneidet, derzeit neu geordnet und gestaltet wird. Das “Bildungsband”, das sich vom Zeppelinplatz über den Platz am Rathaus (»Elise-und-Otto-Hampel-Platz«) bis zum Leopoldplatz ziehen soll, wird hier unterbrochen. Für die Entfernung dieser Barriere plädierten nicht nur die Landschaftsarchitekten, die die Planungen für das neue Rathausumfeld entwickelten, sondern auch die meisten Bürger, die an den Workshops und Informationsveranstaltungen teilnahmen.

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Kommentar: Beschämend – wer benennt Straßen und Plätze?

Simit Evi vor dem Rathaus WeddingSoso. Die BIM (Berliner Immobilienmanagement GmbH) hat also offenbar keine anderen Probleme als zu verhindern, dass der Platz neben dem Rathaus Wedding einen würdigen Namen erhält, nämlich „Elise und Otto Hampel-Platz“. Elise und Otto Hampel waren ein Weddinger Arbeiter-Ehepaar, die nach dem Tod ihres einzigen Sohnes im Zweiten Weltkrieg mutigen Widerstand gegen die Nazis leisteten, mit schlichtesten Mitteln. Sie verteilten heimlich handgeschriebene Postkarten gegen den Krieg, bis die Gestapo sie nach langer Suche verhaftete. Beide wurden von den Nazis hingerichtet. Hans Fallada widmete ihnen seinen weltberühmten Roman „Jeder stirbt für sich allein“. Weiterlesen

Rathausumfeld: Bäume müssen weichen

In Kürze beginnen die Sägen zu kreischen. Direkt vorm Rathaus in der Müllerstraße. An die Rinde geht‘s insgesamt 14 Bäumen, darunter zwei Vogelbeeren, einem japanischen Schnurbaum, einer Robinie sowie einem Ahorn in der Genter Straße. Weiterlesen

Kolumne: Sag zum Abschied leise Servus

Als Weddinger läuft man ja ständig Gefahr, sich an bislang Unbekanntes gewöhnen zu müssen. Seien es die Hundekötel-Beutel-Spender im Park, die neue Galerie im Kiez oder Schlimmeres, auf das bislang getrost verzichtet werden konnte. Aber jetzt greift das Bezirksamt Mitte am Rathaus Wedding durch. Nicht nur, dass auf dem “schön verwahrlosten” Rathausplatz eine neue Bibliothek hingeklotzt wird. Nein, jetzt soll auch noch der komplette Platz komplett umgestaltet werden. Und zwar so, “dass sich die Besucher gerne auf dem Platz aufhalten”, wie es in der Bezirksamts-Ankündigung einer Informationsveranstaltung heißt. Eine fette Unterstellung, dass Unsereiner da jetzt nicht so gerne war. Das Allerschärfste aber ist, dass dafür extra ein – wahrscheinlich schweineteurer – Wettbewerb ausgelobt wurde, den tatsächlich ein Büro – und jetzt festhalten! – aus Prenzlauer Berg gewonnen hat. Die Info-Sause hab’ ich mir gespart. Die können garantiert nur Kollwitzplatz😉

Autor: Ulf Teichert

Die Kolumne erscheint ebenfalls jeden Samstag im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

Pressemitteilung Bezirksamt Mitte

Bericht über den Wettbewerb

Müllerstraße: Großer Boulevard mit Lackschäden

An der Müllerstraße ist der Lack ab

Die Müllerstraße, die über drei Kilometer lange, unangefochtene Hauptschlagader des Wedding, besitzt noch das Format einer Hauptstraße. Ihr bescheidener Anfang als Sandpiste zwischen Tegel und Berlin ist ihr jedenfalls nicht mehr anzusehen, Reste der ländlichen Bebauung vor den Toren Berlins gibt es auch nicht mehr. Wie so viele Magistralen anderer Weltstädte führt sie schnurgerade aus den Vororten direkt ins Herz der Innenstadt.

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Weddingwoche #34: Treffpunkt Jobcenter

Das neue Jobcenter im ehemaligen Rathausturm als Treffpunkt für Müßig- und andere Spaziergänger auf und an der Müllerstraße? 

Rathausvorplatz WeddingNein, das ist kein Witz, das soll bis 2015 Realität werden. Das zumindest besagt der Entwurf von Annabau, einem Berliner Büro für Landschaftsgestaltung und Architektur, das den landschaftsplanerischen Wettbewerb für das Rathausumfeld gewonnen hat. Zum Projekt gehört unter anderem ein Lesegarten, der direkt vor der neuen Stadtteilbibliothek entstehen soll. Ziel der 2,1 Millionen teuren Maßnahme ist es auch, den Platz und das Gelände bis zur Beuth Hochschule als attraktiven Treffpunkt für alle Weddinger umzugestalten.

Eine tolle Idee! Auf diese Weise können die im Turm residierenden Jobcenter-Agenten ihre Schäfchen in Zukunft zur Weiterbildung in den Lesegarten schicken, lockerleicht die Anwesenheit kontrollieren und bei Bedarf und per Zuruf ins Büro zitieren.

Hat hier irgend jemand noch Befürchtungen, der neue Rathausplatz würde kein durchschlagender Erfolg werden?

Autor: Ulf Teichert

Unsere Kolumne “Weddingweisers Woche” erscheint jeden Samstag in der Bezirksausgabe Wedding des Berliner Abendblatts.

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