Getagged: Künstler

Pläne zur Weiterentwicklung der Wiesenburg werden weiter entwickelt

Die Wiesenburg

Die Wiesenburg

Vier Architekturbüros hatten sich bis zum 28. April Zeit genommen, um Ideen zum Umbau der Wiesenburg zu entwickeln. Nun wurden die vier Entwürfe einer Jury präsentiert. „Es gibt keinen eindeutigen Siegerentwurf“, befand die Jury. Es darf vermutet werden, hinter den Kulissen wird weiterhin um die richtige zukünftige Bebauung des 12 500 Quadratmeter großen Geländes gerungen. Die Beteiligten wollen: Weiterlesen

Die eigentümliche Rettung der Wiesenburg

Foto: Die Wiesenburg

Foto: Die Wiesenburg

Heather Allan lebt und arbeitet auf dem Gelände der Wiesenburg. Die renommierte britische Bildhauerin organisiert gerade in Kooperation mit der Humboldthain-Grundschule ein Skulpturenprojekt mit 12-jährigen Mädchen und Jungen. Sie sucht noch eine alte Trompete, weil ihre neuesten Figuren alle Instrumente tragen. Heather Allan ist eine der Bewohnerinnen eines urbanen Paradieses, das vor gut zwei Wochen noch als akut gefährdet galt. Und es in seiner heutigen Anmutung auch immer noch ist. Weiterlesen

Lari und die Pausenmusik – unverstelltes „Liedermaching aus‘m Wedding“

Mit Gesang, E-Gitarre und Beatboxklängen ist die Band auf Berlins Bühnen seit diesem Frühjahr unterwegs. Wir haben sie getroffen.

Der Blick durch das Publikum beim Kleinkunstabend in der St. Christophoruskirche ruht irgendwann auf drei jungen Männern, einer davon mit Schirmmütze, nach vorne gebeugt, konzentriert am Zuhören. Dann sind sie an der Reihe: Lari und die Pausenmusik gehen auf die Bühne, als musikalischer Abschluss eines längeren Abends, mit dem Spenden für Flüchtlinge gesammelt werden. Im Publikum Weiterlesen

Gerichtshöfe: Kunst kommt an Nikolaus in die Tüte!

"Mokuzumimi" (C) Kunst in den Gerichtshöfen

„MoKuzuMimi“ (C) Kunst in den Gerichtshöfen

Am 6. Dezember ab 18:00 Uhr und damit zu Nikolaus laden 22 Künstler in die dritte Etage der Gerichtshöfe 12/13 zu ihrem MoKuzuMimi ein. Die Kunst wird hier nicht in Schuhe gesteckt, sondern in transparenten Tüten an die Wände gehängt. Schon zum zehnten Mal gibt es in diesem Jahr im Wedding die Gelegenheit, originelle Geschenke auf ungewöhnliche Weise zu erwerben… Weiterlesen

Open-Air-Galerie entlang der Müllerstraße

Wer sich gefreut hat, dass nun die bunten Wahlplakate aus dem Straßenbild verschwinden, könnte bald an der Müllerstraße enttäuscht werden. Doch statt Werbung gibt es Kunst zu sehen. Unter dem Motto „Mein Wedding“ eröffnet an der Müllerstraße eine temporäre Open-air-Galerie in Form von sechzehn 3,60 x 2,90 Meter großen Plakatwänden. Weiterlesen

„Mabellevie“: Neues Leben für alte Möbel

„Ich wollte in den Wedding, weil ich mag, dass sich vieles hier noch echt und unangetastet anfühlt“, sagt Elisa Brückner. Genau so sollen auch die Möbelstücke sein, die sie künstlerisch bearbeitet: Gegenstände zum Anfassen, Darüber-Streichen und Benutzen.

Umgearbeitete Möbel Quelle: Mabellevie

Umgearbeitete Möbel, Quelle: Mabellevie

Mabellvie Möbel 2

Nur auf den ersten Blick alt (Quelle: Mabellevie)

Jedes alte Möbelstück hat mehrere Schichten und erzählt damit auch Geschichten, manchmal sogar mehreren Jahrhunderten. Mit „Mabellevie“ greift die 28jährige Malerin Elisa Brückner die von Hand gearbeitete Form eines Möbelstücks auf. Das Alter oder der Wert der Möbelstücke ist für sie dabei gar nicht entscheidend – auch wenn die meisten Stücke älter als 80 Jahre alt sind. „Mir kommt es vielmehr darauf an, wie viel Inspiration mir das Objekt geben kann“, sagt die Künstlerin, die in Osnabrück und Dresden studiert hat. „Da können dann schon einmal auf alten Truhen wilde Möwen in luftigem Blau fliegen“, erklärt Elisa Brückner. „Oder Papiermosaike aus Japanpapier zaubern farbige, sinnliche Fläche auf Tische und Stühle.“ Sogar Fotos vom Trödelmarkt werden auf manchen Möbeln angebracht. Elisa Brückner arbeitet in kleinen Serien, die sich einzelnen Farben oder Bearbeitungstechniken widmen.

Alte Möbel, neu interpretiert (Quelle: Mabellevie)

Alte Möbel, neu interpretiert (Quelle: Mabellevie)

Die Künstlerin arbeitet seit 2011 gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Josephine Brückner, die sich als Kunstwissenschaftlerin ums Marketing von Mabellevie kümmert. Ihr Traum ist es, irgendwann einen Laden mit integriertem Atelier zu  führen und dort die Möbel zu präsentieren, sowie einen Raum für fantasievolle Veranstaltungen und andere Dinge des schönen Lebens zu schaffen.„Sie hat mir den Wedding näher gebracht, wo sie schön seit einiger Zeit wohnt“, erzählt die Malerin, die den Stadtteil in einem kreativen Aufbruch sieht: „Wirklich Schönes und Einzigartiges kann nur da verwirklicht werden, wo es noch den Freiraum dafür gibt.“ Die Menschen im Wedding seien noch nicht so gesättigt wie in anderen Stadtteilen, glaubt sie.

Ihr Atelier befand bis vor kurzem sich gemeinsam mit dem Studio eines Fotografen in der Drontheimer Straße, wo die wiederbelebten Objekte in einem lichtdurchfluteten, großzügigen Raum ausgestellt werden. Im November 2012 waren die „Mabellevie“-Werke Teil einer gemeinsamen Verkaufsaktion namens „Die Geschichtenverkäufer“ in eben diesem Hinterhofatelier. Kleidungsstücke und Einrichtungsgegenstände im Zusammenspiel mit den aufgearbeiteten Möbeln erzeugten eine stimmungsvolle, vorweihnachtliche Veranstaltung. Doch auch beim Kunst- und Kulturmarkt „Weddingmarkt“, der seit August 2012 regelmäßig stattfindet, erfreuen sich die Kunst-Möbel immer wieder großer Begeisterung. Besucher des Cafés „Gilmore’s“ am U-Bahnhof Rehberge können die „Mabellevie“-Stücke ebenfalls in Augenschein nehmen – die Inhaberin Sandra Fabian hat mit ihnen einen ganzen Raum gestaltet.

Logo_ManufakturenWie der französische Name des Labels andeutet, hat die gebürtige Berlinerin Elisa Brückner eine besondere Affinität zu Frankreich, dem „savoir vivre“ und dem Schönheitsempfinden unseres westlichen Nachbarlandes. Das sieht man den aufgearbeiteten, wiederbelebten und ausgesprochen sinnlichen Möbeln auch an: ihr wahrer Wert tritt durch Elisa Brückners Arbeit umso deutlicher hervor. „Mabellevie“ gibt den alten Möbeln die Chance auf ein neues Leben.

Ab dem 5. September zieht Mabellevie in einen eigenen Laden in der Togostraße 6 (nahe Seestraße). Viele Monate hat Elisa Brückner dafür im Afrikanischen Viertel gewerkelt und saniert. Dies wird gefeiert am Freitag, den 5. September ab 18.30 Uhr, ab 20 Uhr gibt es dann Live-Musik.

Beitrag aktualisiert am 1. September 2014

Quelle: Mabellevie

Quelle: Mabellevie

Atelier und Showroom

http://mabellevie.de/
Togostr. 6
13351 Berlin

Öffnungszeiten (gültig ab dem 6.9.2014)
Di – Fr: 11.00 – 18.30 Uhr
Sa: 11.00 – 15.30 Uhr

Termine nach Vereinbarung unter 0163 76 30 229

Website mit Blog und vielen Fotos

Werkkunstgalerie: Kunst zeigen!

Jochen G. Schimmelpenninck wagt im etwas kleinbürgerlichen Nordwesten des Wedding einen Spagat. Mit seiner „Werkkunstgalerie“ in der Otawistraße und mit ungewöhnlichen Ideen trägt er dazu bei, die Gegend kulturell zu beleben. 

Jochen G. Schimmelpenninck

Jochen G. Schimmelpenninck

Der 64-jährige ist nach Berlin zurückgekehrt, wo er nach seinem Kunststudium in München schon einmal gewohnt hat – bis 1976. Nach einer Zwischenstation in Paris verbrachte er zwanzig Jahre als Maler in der Nähe von Rom. „Dort habe ich fast den Kontakt mit Deutschland verloren“, sagt Schimmelpenninck, „irgendwann kennt dich keiner mehr.“ Doch 1994 ereilte den Künstler der Ruf an die Akademie für Gestaltung in Köln, wo er bis 2011 angehende Produktdesigner unterrichtete. Schimmelpenninck hat sein Berufsleben der Kunst gewidmet, und da war es nur folgerichtig, dass er vor zwei Jahren wieder nach Berlin zurückkehrte: „Viele Galerien sind im Laufe der letzten Jahre aus der früheren Kunstmetropole Köln in Richtung Berlin abgewandert“, erklärt der Galerist. Und da er der rheinischen Metropole Köln und insbesondere dem Karneval nichts abgewinnen konnte, fiel ihm die Entscheidung nicht schwer.

Das Ladenlokal in der Otawistraße, die bislang nicht gerade als Kunststandort bekannt war, erwies sich für Schimmelpenninck als Glücksfall. Zwischenzeitlich hat er das freigewordene benachbarte Lokal der Gewerkschaft ver.di übernommen und wohnt heute darin. „Damit liege ich ganz im Trend“, sagt der Maler und Galerist schmunzelnd, „die Parterrewohnungen erleben nämlich gerade ein Comeback als seniorengerechte Wohnungen!“

Jochen G. Schimmelpenninck stellt in seiner Galerie Werke anderer Künstler aus – doch was den Galeristen auszeichnet, ist die Offenheit neuen Ideen gegenüber. Zum Beispiel geschah es, dass ihn ein arabischer Nachbar ansprach, der eine Unterstellmöglichkeit für seine wertvollen Musikinstrumente suchte. Daraus entstand das Projekt, dass die Musikschule Zeriab die Räumlichkeiten der Galerie nutzen kann – und dafür bei Vernissagen arabische Musik gespielt wird.

Und schon verändert sich der ganze Kiez

Die Otawistraße und ihr Grünstreifen

Die Otawistraße und ihr Grünstreifen

Die vernachlässigte Grünanlage auf der gegenüberliegenden Straßenseite forderte den Künstler Schimmelpenninck ebenfalls heraus: „Warum sollte man dort nicht eine Skulpturenmeile anlegen?“ fragt sich der Galerist, der so etwas schon in Bayern realisiert hat. Die Otawistraße ist zwar nicht gerade der erste Ort im Wedding, der einem dafür einfallen würde. Aber schließlich steht am Beginn dieses Grünstreifens auch die Informationstafel über die Geschichte des Afrikanischen Viertels – ganz so kulturlos ist die Straße also schon heute nicht mehr.

Schon durch die Galerie verändert die Straße, die bislang von leer stehenden und verrammelten Läden geprägt war, ihr Gesicht. Auch um die Ecke, in der Lüderitzstraße 76, tut sich was: das „Werkkunststudio“ ist als Außenstelle der Galerie ein Arbeitsraum. „Hier wird das gemacht, was Dreck macht“, sagt Jochen Schimmelpenninck. Derzeit arbeitet dort ein junger Siebdrucker. Und das leerstehende Lokal direkt daneben wird auch noch wiederbelebt: der Galerist hat über seine Kontakte zu den arabischen Musikern angeregt, dass dort in Kürze ein syrisches Café entsteht.

In diesem Viertel „Kunst zeigen“, so der Beiname der Galerie – das ist schon ein kleines Wagnis. Jochen G. Schimmelpenninck geht es gerne ein. Manchmal reicht eben ein Mensch, um einen Kiez um eine Perspektive zu bereichern und dadurch zu verändern.

Werkkunstgalerie – Kunst zeigen

Otawistr. 9

13351 Berlin

U Rehberge
Öffnungszeiten:
regulär Di. Mi. Do.: 16 – 19,  So. 14 – 18 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung 0173 40 57 212

Die aktuellen Ausstellungen und Öffnungszeiten auf der Website

7.2. – 10.3.13: Kurt Mühlenhaupt , Malerei – Skulptur – Keramik, aus der Sammlung H. Schulz