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“Herr Bielig – der Laden”: Tradition ganz neu

Herr Bielig aussenVielleicht gibt es einige Leser, die den Namen „Bielig“ schon mal irgendwo gelesen oder gehört haben und sich jetzt wundern, warum der Weddingweiser hierüber einen Artikel schreibt. Keine Angst, Wedding bleibt Wedding, Gesundbrunnen in diesem Fall Gesundbrunnen und das Café Bielig ist in der Soldiner Straße zu finden. (Wer gleich zum kulinarischen Teil springen möchte, lese bitte weiter unten). Ein Café in dieser Lage ist nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit, aber Frau Bielig (siehe Foto) ist eine von zwei Töchtern des Herrn Bielig. Und eben dieser Familie gehörte schon das „In aller Freundschaft“ am Senefelder Platz“ und das „Speisezimmer Herr Bielig“ im Prenzlauer Berg. Nachdem eine der beiden Schwestern Bielig nicht mehr zu 100% fit war, entschlossen sie sich, das „Speisezimmer Herr Bielig“ abzugeben. Weiterlesen

“Deichgraf”: Berlin wie es eigentlich ist

Deichgraf„Das Weltall ist unendlich groß. Das entspricht der Größe von unendlich vielen Fußballfeldern.“ (Wolfgang Herrndorf: Diesseits des Van-Allen-Gürtels)

Der Wedding ist, rein physikalisch betrachtet, nicht unendlich groß, aber er bietet eine unendlich erscheinende Vielzahl von Möglichkeiten. Eine Möglichkeit, einen schönen Frühlingstag zu verbringen, ist ein Besuch des „Deichgraf“ am Nordufer. Es gibt einen gemütlichen Biergarten, von dem man den Schiffahrtskanal sehen kann. Auf der anderen Seite des Kanals sind Industrieanlagen, kein Ausflugsdampfer schippert vorbei. Dieser Teil Berlins wurde vom Tourismus bisher verschont und der Gast kann die Ruhe am Wasser genießen. Weiterlesen

Die Panke entlang (Teil 2)

- es ist keine Bildbeschreibung verfügbar -

Gedenkstein WiesenstrIm ersten Teil sind wir schon von der Mündung der Panke am Nordhafen bis zur Pankstraße entlanggewandert – durch eine Art Niemandsland, zwischen Wohnhauszeilen und alten Fabrikgebäuden. Jetzt geht es weiter durch Gesundbrunnen bis fast zum Bürgerpark Pankow.

Wir starten an der Pankstraße 83. Idyllisch fließt hier die kanalisierte Panke zwischen den Brücken der Pankstraße und der Wiesenstraße, entlang begrünter Hinterhöfe und Wohnhäuser der 1950er Jahre. Der erste nachweisbare Siedlungskern des Wedding, ein landwirtschaftliches Gut im Besitz der Stadt Berlin und später des Kurfürsten, erstreckte sich genau hier ab dem 13. Jahrhundert. Die letzten Gebäude des Weddinghofes verschwanden erst während des Mietskasernenbaus der Gründerzeit. Genauso schwer ist heute vorstellbar, dass am 1. Mai 1929 in der Kösliner Straße, die sich hinter den Neubauten befindet, Straßenschlachten tobten, die mindestens 19 zivile Todesopfer forderten. Dieses Gebiet war eine kommunistische Hochburg, die den Beinamen des Bezirks “Roter Wedding” prägte. Nur ein Findlings-Gedenkstein an der Wiesenstraßenbrücke erinnert heute noch daran – die einst so stadtbildprägenden Mietskasernen sind hier jedenfalls verschwunden. Weiterlesen