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Die Kolumne: Wenn der Siggi lächelt

Weddinger KinderfarmDie Kinderfarm Wedding ist in Gefahr. Das Gerücht waberte schon lange durch den Bezirk. Jetzt sorgte er in Person der zuständigen Bezirksstadträtin für Klarheit. Stopp der Förderung von knapp 200.000 Euro jährlich per 31. März, Räumung des Geländes bis Ende April. Ob es zu Letzterem kommt, sei dahingestellt. Fakt aber ist, dass die eigentliche Gefahr für die Kinderfarm von deren langjährigem Leiter selbst ausgeht: Siggi Kühbauer. Ein streitbarer Mann, der sich zum Beispiel für die Einhaltung des Jugendhilfegesetzes einsetzt. Dass er gleichzeitig Gesetze bricht, weil er seit zwei Jahren geforderte Abrechnungen und Berichte über die Verwendung der Fördermittel nicht beibringt, „quittiert der 65-Jährige mit einem Lächeln“, wie in der Berliner Woche zu lesen war. Trägern anderer sozialer Projekte, die ebenfalls auf Fördermittel angewiesen sind, vergeht angesichts dessen garantiert das Lachen.
Autor: Ulf Teichert

Die Kolumne erscheint ebenfalls samstags im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding

Belegte Brötchen zum Tag der Arbeit

Das Schöne an historischen Ereignissen ist, dass man sie entsprechend der eigenen Weltsicht interpretieren kann. So ruft das Bündnis „Hände Weg vom Wedding“ am Vorabend des 1. Mai zu seiner alljährlichen „Antikapitalistischen Demonstration“ auf. Immerhin terminlich so gelegt, dass die Teilnehmer am eigentlichen Maifeiertag bei der eher ritualisierten Demonstration des DGB mit marschieren können. Die Organisatoren der „Revolutionären 1. Mai Demonstration“ in Kreuzberg wiederholen auch in diesem Jahr das Tauziehen mit der Polizei um die richtige Demonstrationsroute. Und das Myfest – das zu einem friedlichen Miteinander beitragen möchte – hat sich im Laufe der Jahre zu einem ansehnlichen Volksfest entwickelt.
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Warum die gute Müllerstraße ganz die alte bleibt

(C) Nela

(C) Nela

Bordvorstreckungen, inoffizielle Querungsmöglichkeiten für Fußgänger, Radfahrstreifen, neue Hochbeete – für eine Neugestaltung der Müllerstraße samt Gehwegen gibt es ein aufwendiges Planungskonzept. Seit die Straße 2011 zum Sanierungsgebiet erklärt wurde, ist auch die Finanzierung aus dem Programm “Aktive Zentren” gewährleistet. Nur: gebaut wurde lediglich am Leopoldplatz und auf dem namenlosen Vorplatz zwischen Rathaus Wedding und der Schiller-Bibliothek. Auf Anfrage der Weddingweiser-Redaktion teilt dazu Karsten Scheffer vom Planungsbüro JMP mit: “Derzeit ist davon auszugehen, dass die wesentlichen Baumaßnahmen nicht vor 2017/2018 beginnen werden.”  Weiterlesen

Die Kolumne: Wenn ein Kiez erwachsen wird

Verstetigung – oder was auch immer das bedeutet

Auch ein Produkt der Förderung: der Sprengelkiez

Auch ein Produkt der Förderung: der Sprengelkiez

So ein Quartiersmanagement ist eine feine Sache. In Stadtgebieten eingesetzt, in denen der soziale Schnellkochtopf gehörig unter Dampf steht, soll es lokale Akteure vernetzen, Geld für Nachbarschafts- und andere Projekte verteilen und am Ende eine lebenswerte Alltags-Atmosphäre herbeiführen. Wenn das nach Meinung der Verwaltung gelungen ist, zieht sie sich zurück und überlässt es den Einwohnern, sich um sich selbst zu kümmern. Das Ganze nennt sie Verstetigung. Die hat nun den Sprengelkiez erreicht, Anfang 2017 ist Schluss mit lustig. Weiterlesen