Getagged: Berlin

Die Kolumne: Alles so schön schön hier…

Fotowettbewerb im Weddingweiser

Foto (C) Linn Asmuß

(C) Linn Asmuß

Wer wie ich glaubte, der Wedding sei der schmuddelige, laute und ruppige also ursprünglichste Teil von Berlin, der muss wohl umdenken. Das hat mit dem Fotowettbewerb „Mein liebster Platz im Wedding“ zu tun, der bis 10. Mai im Weddingweiser lief. Man braucht sich bloß mal das Beispielfoto von Linn Asmuß anzuschauen, um zu wissen, wo sich der gemeine Weddinger am liebsten herumtreibt und was dann als Bild vom Wedding um die Welt geht. Die totale Idylle – entweder die von erstem Tagesrot gefärbten Rehberge, der im Winterweiß erstarrte Plötzensee oder die untergehende Sonne auf der Seestraße. Unwissende Nichtweddinger könnten – wenn sie solche Fotos zu sehen bekommen – glatt auf die Idee kommen, hier mal Urlaub zu machen, gar leben zu wollen. Das gilt es, zu verhindern! Mein Vorschlag für den nächsten Fotowettstreit: Der Hundehaufen von nebenan!

Autor: Ulf Teichert

Die Kolumne erscheint ebenfalls im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

Weddinger Ringerverein Berlin 09: Starker Zusammenhalt

(C) S. Redmer

(C) S. Redmer

Zwei Jungen stehen sich gegenüber, beide sind hoch konzentriert. Der erste setzt an zum Angriff. Prompt liegt der Gegner auf der Matte. Das hier ist kein Streit unter Halbwüchsigen, hier trainieren zwei Jungs des Weddinger Ringervereins. Dreimal die Woche kommen sie hier zusammen und arbeiten an ihren Techniken. Früher ein reiner Hobbyverein, nehmen die Sportler seit 2014 auch an Turnieren teil. Unterstützung erhielt der Verein dabei vom Berliner Ringer-Verband und dem Landessportbund. Nur so war es zum Beispiel möglich, neue Schuhe oder Trainingsmatten anzuschaffen. Weiterlesen

Bahnhöfe im Wedding: Architekturkritik Gesundbrunnen

Bacardi-Fabrik oder Imbissbude

Bauabsperrungen, lackierte Platten als Bodenbelag, der Bahnhof wird nicht nur doppelt so teuer, sondern auch erheblich später fertig als geplant

Wer sich dem neuen Bahnhof Gesundbrunnen nähert, der muss den Eindruck gewinnen, den Menschen im Wedding fehle es an Imbissbuden und an Toiletten. Wie sonst ist es erklären, dass dem Betrachter als Erstes Aufschriften wie Kebab-Haus, Curry 65, Mc Donald‘s, Back-Factory und Sanifair ins Auge fallen?

Bei der auf 100 Stützpfeilern gehaltenen Dachkonstruktion und den großflächig eingestellten Glasflächen handelt es sich im Übrigen um eine überdimensionierte Pavillon-Architektur – erfunden in den 1920er Jahren und umgesetzt als Ausstellungshalle des Deutschen Reiches bei der Weltausstellung 1929 in Barcelona. Das Prinzip von „Stütze, Dach und Glaswand“ entwickelte der Architekt Ludwig Mies van der Rohe weiter zu einem „universellen Gebäude“, von dem er sagte, man könne es als Bacardi-Fabrik oder als Museum nutzen. Das Zweitgenannte setzten die (West-)Berliner mit Unterstützung des weltberühmten Architekten dann auch um. Sie machten daraus die Neue Nationalgalerie, ihren Tempel der Modernen Kunst. Warum dann nicht einen Bahnhof im gleichen Stil errichten, in einem der ärmeren und von geringer Bildung geplagten Teile von Berlin? Weiterlesen

Die Kolumne: Wo, wenn nicht hier?

Hof der Fabrik Osloer Str.

Hof der Fabrik Osloer Str.

Am 29. Mai gibt es wieder den Europäischen Tag des Nachbarn. Jeder kann mitmachen, eine Bank rausstellen, die Menschen von nebenan zum Gespräch und Essen einladen. Gleich zehn größere Nachbarschaftstreffen gibt es im Bezirk Mitte, sechs davon im Wedding. „Wo, wenn nicht hier?“ heißt denn auch das Motto der Nachbarschaftsetage in der Osloer Straße. Dort wird auf dem Hof, in der Werkstatt und überall sonst auf dem Gelände ein gemeinsames Fest gefeiert. Wie übrigens auch im und neben dem Frisbee in der Koloniestraße, im und vorm SprengelHaus, auf dem Gelände des Paul-Gerhardt-Stifts an der Müllerstraße, in einem Wahlkreisbüro in der Neuen Hochstraße. Weiterlesen

Jülicher Straße: Die Um-Leid-ung

Anwohnerprotester Bösebrücke (C) BürgerinitiativeEinige Straßen in Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg verändern sich. Ihr Kopfsteinpflaster sind sie schon los, ab Juni wird es auch noch laut. Dann wird an der Bösebrücke an der Bornholmer Straße gebaut, der Verkehr durch Wohngebiete umgeleitet. Anwohner fordern jetzt vehement ein Mitspracherecht bei der Planung.

Im Juni 2015 beginnen an der Bösebrücke an der Bornholmer Straße umfassende Sanierungsarbeiten. Dafür wird die “Bornholmer Brücke” zwei Jahre lang für Autos nur noch von Ost nach West passierbar sein. Die täglich rund 10.000 Fahrer, die aus der anderen Richtung kommen, sollen eine Umleitung über die Jülicher, Behm- und Malmöer Straße nutzen. Vor allem auf der Prenzl’berger Seite der Brücke regt sich dagegen Protest.

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