Getagged: Architektur

Bahnhöfe im Wedding: Architekturkritik Gesundbrunnen

Bacardi-Fabrik oder Imbissbude

Bauabsperrungen, lackierte Platten als Bodenbelag, der Bahnhof wird nicht nur doppelt so teuer, sondern auch erheblich später fertig als geplant

Wer sich dem neuen Bahnhof Gesundbrunnen nähert, der muss den Eindruck gewinnen, den Menschen im Wedding fehle es an Imbissbuden und an Toiletten. Wie sonst ist es erklären, dass dem Betrachter als Erstes Aufschriften wie Kebab-Haus, Curry 65, Mc Donald‘s, Back-Factory und Sanifair ins Auge fallen?

Bei der auf 100 Stützpfeilern gehaltenen Dachkonstruktion und den großflächig eingestellten Glasflächen handelt es sich im Übrigen um eine überdimensionierte Pavillon-Architektur – erfunden in den 1920er Jahren und umgesetzt als Ausstellungshalle des Deutschen Reiches bei der Weltausstellung 1929 in Barcelona. Das Prinzip von „Stütze, Dach und Glaswand“ entwickelte der Architekt Ludwig Mies van der Rohe weiter zu einem „universellen Gebäude“, von dem er sagte, man könne es als Bacardi-Fabrik oder als Museum nutzen. Das Zweitgenannte setzten die (West-)Berliner mit Unterstützung des weltberühmten Architekten dann auch um. Sie machten daraus die Neue Nationalgalerie, ihren Tempel der Modernen Kunst. Warum dann nicht einen Bahnhof im gleichen Stil errichten, in einem der ärmeren und von geringer Bildung geplagten Teile von Berlin? Weiterlesen

Fahrradtour zur Nachkriegsmoderne im Wedding

ScheringWer den Wedding verstehen möchte, der muss sich nicht nur mit der Zeit um 1900 und den 1920er-Jahren befassen, sondern auch mit den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Glaube an die Moderne, die Wiederaufbaueuphorie, das Wirtschaftswunder sowie der Wettlauf der politischen Systeme führten zu einer radikalen Umgestaltung des einzigen Arbeiterbezirkes, allerdings auch zu bedeutenden städtebaulichen und architektonischen Lösungen. Auf einer Radtour für Weddingweiser-Leser am Samstag, den 13. Juni können einige dieser Bauwerke erkundet werden.
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Kösliner Straße: Vom Roten Wedding zur Vorstadtidylle

Kösliner Str. Bild 3Wer heute in der Kösliner Straße in der Nähe des Nettelbeckplatzes spazieren geht, fühlt sich an westdeutsche Vorstädte aus den 1950er Jahren erinnert. Denn hier gibt es weder die für Berlin typische Hinterhofbebauung noch das vertraute multikulturelle Erscheinungsbild des Wedding. Das erstaunt, da es sich bei der Kösliner Straße um jene Teil des Bezirkes handelt, der eng mit der Geschichte der Arbeiterbewegung verbunden ist. Vor allem steht die Kösliner Straße für das unangemessene Vorgehen der Polizei dem „Blutmai“ im Jahre 1929. Weiterlesen

Baukunst der Nachkriegsmoderne – auch im Wedding

Die Dankeskirche (Quelle: E.Elfert)

Die Dankeskirche (Quelle: E.Elfert)

In keinem anderen Bezirk scheinen sich die Städteplaner der Nachkriegsjahre so radikal über die historische Stadt hinweg gesetzt zu haben wie im Wedding. Um dem Bezirk seine Zweitklassigkeit zu nehmen und den Bevölkerungsrückgang zu stoppen, so jedenfalls die historischen Quellen, sollte der Wedding radikal umgebaut werden. Alleine im sogenannten Brunnenviertel wurden im Rahmen von Sanierungsprogrammen Wohneinheiten von ca. 50.000 Bewohnern ohne Not dem Erdboden gleichgemacht.

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Politik trifft Wirtschaft – Besuch im Kaufland Müllerstraße

Vor rund sechs Wochen war es soweit – am 5. Dezember eröffnete auf dem ehemaligen Gelände der Müllerhalle der Kaufland-Neubau. Es ist also an der Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen, wie der neue Markt im Wedding angenommen wird.
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