Kategorie: Kolumne

Die Kolumne: Ist Handarbeit noch zeitgemäß?

Logo_ManufakturenSchon verrückt: Auf der einen Seite ist Wedding ganz offensichtlich ein idealer Nährplatz für Kreative, die mit Köpfchen und eigener Hände Arbeit so ziemlich alles herstellen, was das Konsumentenherz erfreut – vom aufgehübschten Möbel bis hin zu angesagter Mode. Nun aber müssen wir mit Erschrecken feststellen, dass gutes altes Handwerk offensichtlich nicht mehr gefragt ist. Wie anders lässt sich erklären, dass der geneigte Genießer schon sehr, sehr genau suchen muss, um in Wedding und Gesundbrunnen noch eine Bäckerei zu finden, die ihren Namen zu Recht trägt. Die also selbst den Teig für Brötchen, Brot und Kuchen knetet und dann erst den Ofen anwirft. Weiterlesen

Die Kolumne: Der kleine Unterschied – Mietpreisentwicklung in Wedding

Haus Ecke Seestraße / Afrikanische Str.Merken Sie sich mal bitte die Zahl 13355. Wo sie drauf steht, ist die Welt nämlich noch in Ordnung – wenn sie denn als Postleitzahl gelesen wird. Der Fünfsteller steht für das Gebiet Humboldthain und taucht jetzt im aktuellen Wohnmarktreport eines großen Immobilienentwicklers auf. Als Schlusslicht im „bezirklichen Mietranking“, wie es dort heißt. Weil es das einzige Gebiet im Bezirk Mitte sei, das noch „eine mittlere Angebotsmiete unter sieben Euro aufweist“. Eine Tatsache, die aufhorchen lässt. Im Umkehrschluss bedeutet dies nämlich, dass sich der Rest von Wedding so langsam von der Vorstellung verabschieden darf, der Mietpreisentwicklung in anderen Innenstadt-Kiezen entgehen zu können. Trotz Nähe zur boomenden Mitte ist Humboldthain eine Ausnahme, weil hier zu Mauerzeiten flächensaniert worden ist und ein Großteil der Wohnungen Eigentum einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft ist. Ganz anders im Gesundbrunnen. Als sogenannter „Ausweichstandort“ zu Prenzlauer Berg stieg dort die durchschnittliche Angebotsmiete im vergangenen Jahr um sagenhafte 21,3 Prozent auf 8,25 Euro. Die Postleitzahl lautet übrigens 13357. Was für ein Unterschied …

Autor: Ulf Teichert

Die Kolumne erscheint ebenfalls samstags im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

Die Kolumne: Gründe genug gegen die Mauerparkbebauung

mauerpark_plakate Graunstr. Eigentlich hat Prenzlauer Berg den Schaden – durch die Neubebauung von Teilen des Mauerparks. Der Schatten der zu hoch geplanten Gebäude verdunkelt den Osten, die 200 neuen Studentenbutzen würden vor allem Druck vom Weddinger Wohnungsmarkt nehmen. Und: Gegrillt werden dürfte auf dem in Mitte gelegenen Gelände ohnehin nicht, wenn es denn unbebaut bliebe. Warum engagieren sich dennoch viele Weddinger gegen die Bebauung des Areals nördlich des Gleimtunnels? Weil klammheimlich aus 530 mehr als 700 Wohnungen geworden sind. Weil politische Entscheidungsträger scheinbar lieber Broschüren des Investors verteilen, statt die Bedenken der Bürger ernst zu nehmen. Es gibt für viele Weddinger viele Gründe, sich zu wehren.

Ein Kommentar von Ulf Teichert

Die Kolumne erscheint ebenfalls jeden Samstag im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.