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Saubere Sache, unser Wedding
Die CDU Berlin will “Mit Sicherheit” mehr Ordnung schaffen. Der Verwahrlosung des öffentlichen Raums soll mit Abschreckung, höheren Bußgeldern und mehr Mülleimern staatlicher Aktionismus entgegengesetzt werden. Für mehr Bürgersinn sorgt das sicher nicht. Trotzdem gibt es auch heute schon Bewohner des Wedding, die sich auch mit eigenen Händen für die Sauberkeit ihres Kiezes engagieren. Im Brüsseler Kiez ist eine Bürgerinitiative schon seit Jahren am Thema Sauberkeit dran. Jetzt fand zum wiederholten Mal eine Putzaktion des Panke-Ufers statt und siehe da: über 30 Personen beteiligten sich an der zweiten “panke.putze” des Vereins panke.info am 19. April. Geputzt wurde die Wildnis vor der Bibliothek am Luisenbad.
Schon ein paar Tage zuvor hat der Verein einen ersten Frühjahrsputz in der Uferstraße organisiert, über den auch der RBB in der Abendschau berichtet hat. Und am 23. April ab 16.00 Uhr findet an der Brücke Gotenburger Straße die dritte Aufräumaktion statt, bei der auch der Bezirksstadtrat Carsten Spallek von der CDU erwartet wird.
Die diesjährige Aktion an der Bibliothek wurde gemeinsam mit der Freiwilligenagentur Wedding vorbereitet. “Zum achten Geburtstag der Freiwilligenagentur wollten wir etwas ganz Besonderes organisieren”, so Anna Asfandiar von der Vermittlungsstelle für Freiwillige.
Unterstützt wurden die Aktiven durch die Kinder des Kindergartens Villa Römer, eine Hortgruppe der Wilhelm-Hauff-Schule, den Verein “Menschen helfen Menschen”, Mitarbeitern der Stadtbibliothek Mitte am Luisenbad und auch wieder durch die Kiezläufer des Quartiersmanagements Soldiner Straße. Die Kiezläuferin und gelernte Krankenschwester Anne Klein hatte auch dieses Jahr wieder viel zu tun. Sie war zuständig, die benutzten Spritzen aus dem Gebüsch aufzusammeln. “Die Kinder wurden zuvor eingewiesen, gefundene Spritzen nicht anzufassen, sondern einem Erwachsenen Bescheid zu sagen” erklärt Thorsten Haas, der die Umweltbildungsprojekte bei panke.info betreut. Kinder sind einfach die besten Multiplikatoren – vielleicht erklären sie ihren Eltern das nächste Mal, dass Müll in den Papierkorb und Elektroschrott in den Recyclinghof gehört. Bürgersinn sollte nicht durch Politik verordnet werden. Bürgersinn kann man durch Ausprobieren lernen!
Dem Dreck selbst etwas entgegensetzen
Der Frühling lockt die Weddinger aus ihren Wohnungen ins Grüne. Neben den Parks findet man auch auf dem Panke-Grünzug das eine oder andere schöne Fleckchen, wo man die Sonne genießen kann. Doch im Buschwerk oder am Uferstreifen zeigen sich nicht nur pflanzliche Frühlingsboten, sondern auch der ganze Müll eines Winters. Warten, dass der von allein verschwindet, kann man oft lange. Der aufmerksame Bürger kann es der Stadtreinigung überlassen, den Unrat aufzusammeln, denn die BSR hat ein Dreckeckentelefon eingerichtet und rückt an, wenn es sich so richtig lohnt. Wenn das alles nicht hilft, heißt es selbst zupacken.
“Gleich drei Putzaktionen werden wir in diesem Frühling an drei Abschnitten der Panke durchführen”, sagt Thorsten Haas von panke.info e.V. Auftakt wird die Aktion am Montag, den 16. April um 14:00 Uhr vor der Uferstraße 12 (Kino am Ufer) sein. Am Donnerstag den 19. April ebenfalls ab 14:00 Uhr wird die Wildnis vor der Bibliothek am Luisenbad, Travemünder Straße 1, gesäubert. Diese Aktion findet in Kooperation mit der Freiwilligenagentur Wedding statt. Beim anschließendem Kaffee wird der achte Geburtstag der Freiwilligenagentur gefeiert.
Dreck weg an der Panke heißt es zum Abschluss am 23. April im Rahmen der Kampagne “Schön und Gut, Sauberkeit im Soldiner Kiez”. Stadtrat Carsten Spallek nutzt den Termin, um selbst zuzupacken und somit das eine oder andere schöne Fotomotiv für die Presse zu bieten. Treffpunkt ist die Panke-Fußgängerbrücke an der Gotenburger Straße um 16:00 Uhr. Um 18:00 Uhr wird die Aktion auf dem Abenteurspielplatz Panke (Gottschalkstraße Ecke Wilhelm-Kuhr-Straße) mit einem gemeinsamen Essen ausklingen.
Für die Vorbereitung und Durchführung der Aktionen braucht panke.info natürlich jede Menge freiwillige Helfer. Nicht nur mit Greifern und Handschuhen: “Gesucht werden Menschen, welche die Öffentlichkeitsarbeit unterstützen und beispielsweise Flyer verteilen” erzählt Thorsten Haas. Gern gesehen sind auch Kuchenspenden. Wer die Aktionen fotografisch dokumentieren möchte, kann sich ebenfalls an panke.info wenden. Da auch Kindergärten und Schulen an den Aktionen beteiligt sind, können sich auch Freiwillige bei der Betreuung der Kinder einbringen. “Und selbstverständlich werden viele helfende Hände für die Durchführung der Putzaktion entlang der Panke gebraucht”, betont Thorsten Haas noch einmal. Darum geht es letztendlich ja: dem Dreck selbst etwas entgegenzusetzen.
Veranstaltungstipp: Mit dem Grünflächenamt ins Gespräch kommen
Am 16. April um 12:30 laden das Kino am Ufer und der Verein panke.info zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung im Kino am Ufer, Uferstraße 12, ein. Herr Kube und Herr Ruth vom Grünflächenamt Berlin-Mitte beantworten die Fragen der Anwohner zum Thema Baumfällungen, Pflanzenrodungen und zur geplanten Umgestaltung der Panke. Interessierte sind eingeladen, ihre Fragen zu stellen. Im Anschluss an die Veranstaltung findet um 14:00 Uhr eine Putzaktion am Grünstreifen der Panke statt. Hierfür werden noch freiwillige Helfer gesucht. Müllbeutel und Zangen werden durch die BSR gestellt.
Fünf Jahre Kino am Ufer
Im Wedding gibt es nicht nur das Kino Alhambra. Auch ein Spezialkino mit berlinweiter Ausstrahlung hat sich einen festen Platz erkämpft.

Der Cafébereich an der Ecke Uferstraße/Martin-Opitz-Straße
“Endlich! Das erste spirituelle Kino Berlins. An einem wahrhaft gesegneten Ort. Freude!” schreibt ein Besucher des “Kino und Café am Ufer” ins Gästebuch. Die einstmals schummrige Kneipe mit einem großen Fenster zur Ecke Uferstraße/Martin-Opitz-Straße in Berlin-Wedding erstrahlt in hellen, warmen Farbtönen. In das dem Cafébereich angeschlossene Kino passen etwa 40 Besucher, die das spezialisierte Filmprogramm zu schätzen wissen: “Schweben wollte ich, das tue ich, seit ich das Kino am Ufer betreten habe” – so ein weiterer Eintrag im Gästebuch.”Wir können kein normales Filmkunstkino machen”, erklärt Kraft Wetzel, der das Kino und Café direkt am Panke-Ufer zusammen mit seiner Geschäfts- und Lebenspartnerin Usch Schmitz betreibt. Besonders in diesem Teil des Wedding gebe es ebenso wenig ein bildungsbürgerliches wie ein studentisches Publikum, das groß genug wäre, um ein Alternativkino zu betreiben. “Uns war klar”, so der 57-jährige Diplom-Politologe und frühere Filmjournalist, “dass ein Kino an diesem Ort nur dann eine Chance hat, wenn es etwas Einmaliges in dieser Stadt bietet.”
So stellten sich die beiden Betreiber nicht nur die Frage, ob es genug Filme gibt, um ein solches Spezialkino zu betreiben. Entscheidend war auch, ob es genügend Leute geben würde, die der Filme wegen nach Berlin-Wedding kommen. “Beide Fragen kann man mit ja beantworten”, sagt Wetzel stolz und stellt fest, dass das Kino seit der Eröffnung im Januar 2007 kontinuierlich wächst. Was spirituelles Kino genau ist, mussten Schmitz und Wetzel dafür erst definieren: “Auf keinen Fall esoterisch”, so der gebürtige Württemberger Wetzel, der den Begriff „esoterisch” als ausgrenzend empfindet.

Der Kinoraum eignet sich für verschiedenste Zwecke
Zumal es auch die etablierten Religionen und Richtungen, die nie eine Religion werden wollten, zu einem filmischen und ästhetischen Ausdruck gebracht haben, der seinen Platz im breit gefächerten Kinoprogramm findet. Dieses reicht beispielsweise vom “1. Evangelium des Matthäus” von Pasolini bis hin zu einer Dokumentation des Auftritts von Eugen Drewermann auf dem Evangelischen Kirchentag. Usch Schmitz ist im Kino und Café am Ufer für die Organisation und Gestaltung zuständig. Die 47-Jährige ist Islamwissenschaftlerin und Verlagskauffrau. Sie hat sich ihr Leben lang für Sinnsuche interessiert und schließlich den Buddhismus für sich entdeckt. Vor zwölf Jahren bei einem Panke-Spaziergang hat Usch Schmitz das Haus Uferstraße 12 gesehen und kurz darauf eine Wohnung darin gemietet. “Ich habe nun mal ein Faible für Wasser”, sagt Schmitz, “und dass ich hier meinen Traum am Ufer realisieren könnte, hätte ich noch vor kurzem nicht für möglich gehalten.” Den Laden mieteten sie und ihr Partner kurz entschlossen, nachdem die Hausgemeinschaft den letzten Kneipenbetreiber vertrieben hatte. Waffen- und Autohandel, sogar ein illegales Bordell waren der Hausgemeinschaft schon lange ein Dorn im Auge, als alle wegen eines Wohnungsbrandes im Oktober 2006 für zwei Monate ausziehen mussten. Ein größerer Kontrast als ein spirituelles Kino ist an einem Ort mit dieser Vergangenheit jedenfalls kaum denkbar.

Die beiden Kinobetreiber
Kraft Wetzel sieht sich aber nicht nur als Pionier des “spirituellen Kinos”, sondern auch des Spezialkinos überhaupt: “Wir zeigen, dass eine spezielle Ausrichtung auf Low-Budget-Niveau funktionieren kann.”. Damit hat der Filmkenner Wetzel ein kühnes Projekt realisiert. Dies war ihm wichtig, nachdem er zwanzig Jahre lang als Film- und Fernsehjournalist nur das Schaffen Anderer kommentiert hat. “Ich war bloß Begleitgeräusch derer, die etwas machen”, so empfand Wetzel seine damalige Tätigkeit. “Hier im Wedding, wo man es am wenigsten erwartet, kann ich aber die Quadratur des Kreises versuchen.” Immerhin handelt es sich beim Kino und Café am Ufer heute um ein Unternehmen, an dem bis zu zehn Personen mit arbeiten. In den letzten fünf Jahren hat sich auch das Umfeld verändert: mit den Uferhallen als Schmelztiegel der Künste und den Uferstudios als Zentrum für zeitgenössischen Tanz sind weitere Nachbarn mit Strahlkraft auf ganz Berlin hinzugekommen. Die Etablierung des einzigen Kinos und eines ganz besonderen Ortes in Berlin-Wedding dürfte also gelungen sein, wie ein weiterer Eintrag ins Gästebuch zeigt: “Wie immer war es für Herz und Seele eine Bereicherung!”
Fotos: Kino und Café am Ufer
Das aktuelle Kinoprogramm finden Sie unter www.kino-am-ufer.de
Anschrift: Uferstr.12, Berlin-Wedding, U-Bf. Nauener Platz oder U-Bf. Pankstr., S-Bf. Humboldthain oder Wedding
Telefon: (030) 45 34 101
Die Panke: Weddings kleiner Fluss
Von Bernau bis in den Wedding fließt ein richtiger Bach
Fast 30 Kilometer lang ist ihr Lauf von den Höhen des Barnimplateaus bis an die heutige Mündung im Weddinger Nordhafen: die Panke. Dieser Fluss stand Pate für den Ort Pankow und ist Teil des volkstümlichen Berliner Kulturguts. Nur – von diesem Fluss war jahrzehntelang wenig zu sehen. Zu sehr ist das Wasser durch Industrieeinleitungen und Abwässer verschmutzt worden, sodass die Anwohner um die Wende zum 20. Jahrhundert herum froh waren, dass das als Stinkepanke geschmähte Gewässer verrohrt und kanalisiert wurde.
Dabei ist die Ansiedlung “Weddinge“, die 1251 mitsamt einer Mühle am Fluss Panke erstmals erwähnt wurde, eng mit diesem Flüsschen verbunden. Einst floß die Panke weiter bis vor die Tore Berlins, um dann an der Stelle des heutigen Berliner Ensembles an der Friedrichstraße in die Spree zu münden.
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Revitalisiert – so soll die Panke wieder ins Bewusstsein der Berliner geholt werden
Die Kriegszerstörungen wurden im Wedding genutzt, um den Flusslauf mitsamt einem fast durchgehenden Grünzug freizulegen. Der künstliche Nebenarm von der Schulzendorfer Straße zum Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal fungierte ab 1961 als alleiniger Abfluss der Panke – der Altarm in den Ostteil Berlins wurde kurzerhand abgetrennt. Doch von einer naturnahen Gestaltung kann an der heutigen Panke keine Rede sein. Das einst munter plätschernde, durchaus hochwassergefährdete Flüsschen erinnert heute eher an einen gezähmten Kanal, in dem kein Leben mehr möglich scheint. Anwohner aus dem Wedding haben sich 2009 zusammengetan, um wieder auf den identitätsstiftenden Fluss aufmerksam zu machen. Im Verein panke.info e.V. wollen die ehrenamtlich Engagierten eine Lobby für ein vernachlässigtes Gewässer bilden. In den nächsten Jahren wird sich das Gesicht der Panke erneut ändern: die Länder Berlin und Brandenburg wollen mit dem Modellprojekt “Panke 2015” zeigen, wie sie die Wasserrahmenrichtlinie der EU auch in einem stadtnahen Gewässer umsetzen können. Man darf gespannt sein, wie sich Großstadt und Natur an Weddings kleinem Fluss vereinbaren lassen.
Die Panke braucht engagierte Anwohner!
Viele Anwohner des Weddinger Flusses, viele Institutionen in Wassernähe und Gewerbetreibende am Ufer interessieren sich für „ihr“ Stück Panke. Was naheliegt, weil der Fluss für sie nahe liegt.
Der Verein panke.info will die Anwohner im Interesse des Flusses zusammenbringen. Gerade wegen der anstehenden naturnahen Umgestaltung des 30 Kilometer langen Flusses in Berlin und Brandenburg haben viele Menschen gemeinsame Interessen, wenn es um die Panke geht. Damit sie voneinander wissen und ihr Engagement besser miteinander abstimmen können, hat panke.info am 14.12.2011 zu einem Vernetzungstreffen eingeladen. Der Ort hätte passender nicht sein können: das Kino und Café am Ufer in der Weddinger Uferstraße ist direkter Anrainer und bot einen gemütlichen Rahmen für die Runde interessierter Bürger und Vertreter von Institutionen.
Die Kinobetreiberin des Kino und Café am Ufer in der Uferstraße, Usch Schmitz, fühlt sich selbst für die Panke verantwortlich: “Wir kämpfen bisher alleine, wollen aber mehr vernetzt sein.” In direkter Nachbarschaft hat das Kino schon Pflanzaktionen durchgeführt. Auch das Thema Wasser wurde im Filmprogramm schon einmal berücksichtigt.
“Jedes Gewässer kann in einen guten Zustand versetzt werden. Auch wenn es in der Stadt liegt”, erklärt Andrea Wolter von Senatsumweltverwaltung. In Pankow ist es der Senatsverwaltung gelungen, einige „Bachpaten“, z.B. Jugendklubs, zu rekrutieren. Diese verpflichten sich in einem Fünfjahresvertrag, sich für einen bestimmten Abschnitt der Panke einzusetzen. Andrea Wolter freut sich über die Zulieferung von Informationen durch die Bachpaten: “Um den Erfolg der Renaturierung zu messen, gibt es zu wenig Daten. Bachpaten könnten weitere Daten liefern”, erklärt die Mitarbeiterin der Senatsverwaltung und fügt hinzu: “Es geht dabei nicht nur um die Wasserqualität, sondern auch um alltägliche Beobachtungen.”
„Auch für diejenigen, die sich nicht vertraglich binden wollen, gibt es eine Möglichkeit sich einzubringen“, sagt Thorsten Haas von panke.info. Im Jahr 2011 hat er gemeinsam mit einer Grundschule zahlreiche Pflanz- und Putzaktionen am Weddinger Ufer der Panke durchgeführt. Auch das Tageszentrum „Wiese 30“ in der Wiesenstraße hat schon viel in Eigenregie unternommen: „Die Alteingesessenen haben wir aber bisher nicht erreicht“, bedauert deren Vertreter Dirk Granzow.
Daher will panke.info dazu beitragen, dass alle Aktivitäten an einem Abschnitt besser miteinander abgestimmt werden. Als „Partner für die Panke“ kann sich jeder einmalig oder auch für einen längeren Zeitraum einbringen. Auf dem Internetportal von panke.info gibt es eine gemeinsame Seite für alle Patenschaftsaktivitäten. Der Veranstaltungskalender von panke.info kann ebenfalls für angekündigte Aktionen genutzt werden.
Am Ende kann es gelingen, dass alle Kräfte gebündelt auftreten und der Panke eine größere Aufmerksamkeit verschaffen. Über das ganze Jahr verteilt ist es damit möglich, Aufräumaktionen, Blumenpflanzungen, Naturführungen und Vernetzungstreffen zu koordinieren. Das lose Netzwerk „Partner für die Panke“ kann den bald beginnenden Revitalisierungsprozess des Stadtflusses begleiten und fördern. Ziel, so wünscht es sich auch panke.info e.V., sollte ein von breitem bürgerschaftlichem Engagement getragenes Verantwortungsgefühl für die Panke sein.
Mehr Informationen auf panke.info
Stattbad Wedding: in Kunst schwimmen
Ludwig Hoffmann entwarf das Stadtbad Wedding in der Gerichtstraße nahe am Nettelbeckplatz. Vom einstigen Glanz blieb nach Kriegszerstörungen wenig; 2001 wurde das sanierungsbedürftige Bad stillgelegt. Doch der Dornröschenschlaf ist vorbei: statt Chlor und Wasser gibt es nun an diesem exponierten Standort Kunst.
Ein leeres Schwimmbecken ist schon ein sonderbarer Anblick. Was man sonst nur tastend mit den Zehen oder tauchend erahnen kann, ist hier freigelegt: eine große abschüssige Fläche, die an einer hohen Wand endet. Die Einstiege am Beckenrand sind nun die Leitern, über die man den Boden des Beckens erreicht, auf dem sich nun alles abspielt. Wer denkt bei Sofas und Liegestühlen auf dem Grund eines Schwimmbads nicht sofort an Octopussy’s Garden … ?
Kein Wunder, ist das im Jahr 2001 stillgelegte Stadtbad Wedding seit 2009 beliebte Location für – im Wortsinn – schräge Partys. Doch auch Künstler entdecken den ungewöhnlichen Ort zunehmend als Rahmen für ihre Projekte. Bei Tag sorgen die großen Fensterflächen des Raumes für eine großartige Lichtsituation in der Halle, was zusammen mit der Großzügigkeit des Raums eine ideale Präsentation bildender Kunst ermöglicht. „Wir hatten schon einige internationale Kunstkritiker hier. Die waren alle sehr angetan“, sagt Jochen Küpper von der Firma KD, der in seiner Funktion als kultureller Organisator durch das Gebäude führte.

Unter dem Namen Stattbad Wedding versuchen er und seine Mitstreiter schon seit 2009 erfolgreich, das ausgediente Hallenbad als Kulturstandort zu etablieren. Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Kino – Ideen und Visionen sind zuhauf vorhanden und zum Teil auch schon erfolgreich umgesetzt worden. Auf der großen Terrasse könnte sich ein Café ansiedeln, dahinter könnte möglicherweise ein Grundstück angekauft werden, das als Spielplatz oder Skulpturenpark bespielt werden könnte. „Kunst an der Wand haben wir hier ja schon. Auch eine Form von Street Art, allerdings nicht ganz die, die wir hier gerne hätten“, mein Küpper und deutet von der Terrasse aus auf die Graffiti an der Außenwand.
Der Chlorgeruch ist verschwunden, doch ansonsten verströmt das Gebäude noch überall den abgerissenen Charme eines ausgedienten öffentlichen Hallenbades. Hinweisschilder, Schließfächer, das Kassenhäuschen und nichts als Fliesen überall … Auf die Bemerkung einer Besucherin, ob dieser Zustand nicht gerade das Spannende an der Sache sei, meint Küpper: „Wir möchten schon vieles lassen, wie es ist. Das Ziel ist aber ein höherwertiger Standard.“ Von der geplanten Sanierung und dem Umbau werden wohl auch die schiefen Böden der Becken betroffen sein, die bisher leider nicht so viele Nutzungsmöglichkeiten erlauben, wie sie den Gestaltern dieser Räume vorschweben. Man darf gespannt sein, welche Wandlungen dem alten Bad noch bevorstehen.
Autorin: Jutta Schierholz
Nach Plänen von Ludwig
An der Straße befand sich ein drei- bis viergeschossiges Vorderhaus, das in roten Ziegeln ausgeführt und mit Sandsteinschmuck versehen war. In diesem Gebäude befanden sich die Kassenhalle und die Bäderabteilung mit 77 Wannen- und Brausebädern. Das Vorderhaus wurde im II. Weltkrieg zerstört und 1966 durch einen Neubau ersetzt, in dem sich heute Café, Verwaltung und ein Solarent-Bräunungsstudio befinden. Die rückwärtig gelegenen Trakte enthalten zwei räumlich getrennte Schwimmbecken. Becken I, ursprünglich nur für Männer gedacht, mißt 25 m x 10 m, Becken II, ursprünglich für Frauen, hat die Maße 19,80 m x 8,50 m (Quelle: www.luise-berlin.de)
Mehr zum Thema:
Beschilderung des grünen Hauptweges Nr. 3
20 grüne Hauptwege führen für Fußgänger durch ganz Berlin, auf vielfach getesteten Nebenstraßen und Parkwegen kreuz und quer durch die Stadt. Nunmehr werden die ersten dieser ganz besonderen Wanderwege mit einer blau-weißen Wegmarkierung gekennzeichnet. Wo es keine Schilder gibt, werden entweder Aufkleber mit dem Logo und der Wegenummer angebracht oder Farbmarkierungen auf Bäumen vorgenommen.
Durch den Volkspark Rehberge führen gleich zwei Wege, von denen bislang nur der Weg Nr. 3 ausgewiesen wurde.
Konsequent durchgeführt wurde die Beschilderung am Weg Nr. 5, dem Nord-Süd-Weg, entlang der Panke (siehe hier).
Weddings kleine Berlinale
Das originelle kleine Filmfestival “Kiezkieken” unter der Schirmherrschaft von Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke hat den Wedding vor die Linse genommen. Am Sonntag um 16.00 Uhr gibt es die Wedding-Werke zu bewundern:
ATZE Musiktheater
(Max-Beckmann-Saal)
Luxemburger Straße 20
13353 Berlin
Um 16.00 Uhr werden Kurzfilme aus dem Wedding gezeigt. Darunter auch der Film “Die Panke-Putze” über die Aufräumaktion von panke.info mit Grundschülern der Carl-Kraemer-Schule in Berlin-Gesundbrunnen.
Sauber, sauber
Nicht nur hier, sondern auch sonst fehlen in vielen Grünflächen in Mitte geeignete Papierkörbe und Mülleimer. Die grillende, picknickende und im Park herumstreunende Bevölkerung hat zwar auch keinen großen Ordnungssinn, doch im Volkspark Rehberge wird der Müll fein säuberlich an den Mülleimer gebracht.
Natürlich kann das Grünflächenamt nichts dafür, aber in einem so großen Park mit einer so großen Liegewiese wäre vielleicht ein größeres Behältnis angebracht. Oder hat man Angst, dass dort dann illegal Müll entsorgt wird?
Kompliziert ist auch die Frage, wann der Bezirk (Grünflächenamt) und wann die BSR zuständig ist. Manchmal hat Nachfragen ja sogar Erfolg, wie eine Schülergruppe an der Panke bewiesen hat.
Meine Frau, mein Haus, mein Boot!
Ersteres schaffen viele, das zweite ist mit viel Geld verbunden, aber das dritte ist das Allerleichteste auf der Welt! Bei der Panke-Regatta 2010 von panke.info e.V. wurden Kinder in wenigen Minuten zu Bootsbesitzern….
Nico hat auf seinem Schulweg einen Schatz gefunden. Er schimmerte wie Gold im Wasser, und der Grundschüler musste nur in die Panke greifen, um die zwei Armbänder herauszufischen. Seine Mutter, Jessica Rzepucha, geht jeden Morgen mit ihren beiden Söhnen die Panke entlang zur Carl-Kraemer-Grundschule in Gesundbrunnen. Da wollen es sich die drei Panke-Fans natürlich nicht entgehen lassen, an der Panke-Regatta teilzunehmen, die wieder an einem Samstagvormittag im September stattfindet.
Ralf Hertsch von panke.info e.V. steht an seinem Basteltisch wie ein Fels in der Brandung. Um ihn herum werden Stöcke gesägt und mit Draht zusammengebunden. Immer mehr Kinder kommen an diesem sonnigen Vormittag an die Bibliothek am Luisenbad, um Holzboote aus den von panke.info gestellten Holzästen und Stöcken zu basteln. „Das von panke.info gestellte Holz hat gerade so gereicht“, sagt Ralf Hertsch. „Immerhin hatten wir einen ganzen Fahrradanhänger voll vorbereitet!“ Aber auch aus buntem Papier können die Kinder an einem eigenen Stand Schiffe in verschiedenen Formen falten. Die aufwändigsten Schiffe sind oft Boote wie das des Pankower Schülers Johannes, der sein Segelschiff in einer Holzwerkstatt gebastelt und an diesem Morgen von zu Hause mitgebracht hat.
Technische Abnahme und Siegerehrung fanden vor der Bibliothek stattDie erste „Hürde“ für die Teilnehmer ist die technische Abnahme. Moderator Sören Marotz kommentiert jedes Schiff aus Papier oder Holz und stellt die Bootsbesitzer vor. Für die Regattadurchläufe selbst begeben sich Kinder, Eltern und Zuschauer auf die kleine Fußgängerbrücke zwischen der Bibliothek und der Pankemühle nahe der Badstraße. Der Moderator steht schon im Wasser und bereitet die Zuschauer auf das Rennen vor. Die Helfer stapfen mit Gummistiefeln durch die Flusswindung, wo Stangen die Strecke markieren. Eine Sandbank heißt an diesem Tag „Panke-Riff“, die kleinen Stromschnellen werden zu den „Luisenfällen“ erklärt.
Genug auf die Panke gestarrt: endlich werden die Schiffe zu Wasser gelassen! Die Strömung, die leichte Windung der Panke und auch der starke Wind an diesem Morgen lassen jeden Durchgang zu einer regelrechten Zitterpartie werden, die meistens mit einem überraschenden Sieger endet. An der Ziellinie, die aus einer Leine mit Luftballons besteht, fischen die Helfer die Boote wieder aus der Panke.
Die Regattateilnehmer – Boote wie Besitzer – stellen sich für jede Siegerehrung noch einmal auf und nehmen Haupt- sowie Trostpreise in Empfang. Tränen fließen keine, denn Dabeisein ist diesmal alles. Nicht nur die Kinder haben dabei ihren Spaß. „Ich bin an einem Bach aufgewachsen“, erzählt ein Weddinger Vater, der heute morgen aus der Zeitung von der Regatta erfahren hat und spontan vorbeigekommen ist. Er hätte nicht gedacht, dass man auch mitten in Berlin an einem Bach spielen kann.
Mehr Fotos gibt es auf panke.info!
Bürgermeister Hanke lässt sich von Sören Marotz die Regattastrecke zeigen„Heimat kann für die Menschen im Wedding das verbindende Element sein“ sagt Mittes Bezirksbürgermeister Dr. Christian Hanke, der für eine Stunde ebenfalls ans Luisenbad gekommen ist.„Und ein Fluss wie die Panke gehört für mich einfach zur Heimat“, findet Hanke. Auch er hat festgestellt, dass die Panke wieder stärker ins Bewusstsein der Bezirksbewohner gerückt ist.
„Uns ist es durch die Regatta gelungen, Kinder an das Element Wasser heranzuführen“, erklärt Thorsten Haas, der die Regatta organisiert hat. „Die Panke wird jetzt als Erlebnisraum wahrgenommen, der von Kindern und Familien aktiv im Alltag genutzt werden kann.“
Den Grundschüler Nico muss niemand mehr für die Panke begeistern. Er ist mit seinen Klassenkameraden in der Gruppe „Die Panke-Frösche“. Die Projektgruppe hat drei große grüne Papierschiffe ins Rennen geschickt, die sich aufgrund ihrer Größe nicht gegen die wendigere Konkurrenz durchsetzen konnte. Jetzt heißt es „Warten bis zum nächsten Mal“!












