Getagged: Panke

Zwei Kiezläufer nehmen Abschied

anneGerd1In der Koloniestraße 129 haben Anne Klein und Gerd Minor an jedem Werktag den Quartiersladen aufgeschlossen. Wenig später fing ihre wichtigste Aufgabe an: Die beiden Kiezläufer drehten ihre Runde durch den Soldiner Kiez. Sie befüllten die sechs Hundekotbeutelspender, meldeten illegale Müllhaufen, verteilten Plakate und Flyer im Stadtteil, sahen bei den Kiezeinrichtungen nach dem Rechten und erinnerten Hundehalter an den Leinenzwang. Zwischen Koloniestraße, Prinzenstraße, Soldiner Straße, Panke-Grünzug, Franzosenbecken und Osloer Straße sind Anne Klein und Gerd Minor in den vergangenen drei Jahren zusammen mehr als 3000 Kilometer unterwegs gewesen. Pro Jahr hat jeder von beiden dabei etwa die Strecke von Berlin-Mitte nach Aachen zurückgelegt. Sie kennen den Kiez wie kaum jemand sonst. Vor einem  Monat liefen ihre Stellen aus, im Kiez werden sie seitdem von vielen vermisst.

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Badstraßenkiez: Wo einst eine Quelle sprudelte

pankemühleWeder die modernen Gebäude des Fern- und Regionalbahnhofs Gesundbrunnen noch die äußere Erscheinung der umliegenden Gebäude lassen heute noch erahnen, wo die Herkunft des Namens Gesundbrunnens zu suchen ist.

Tatsächlich war an der Stelle, an der die heutige Badstraße die Panke kreuzt, für einige Jahre ein Kurbetrieb angesiedelt, dem der ganze Ortsteil seinen Namen verdankt. Spätestens seit 1702 ist die Pankebrücke erwähnt, und kurz darauf entstand an dieser Stelle eine Walkmühle. Deren Nachfolgegebäude von 1844 mit aufgemaltem Mühlrad kann man heute noch dort finden.
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Für 20 Ostpfennige durch den Westen

25JahreMauerfallDas 25-jährige Mauerfalljubiläum ist ein Anlass, ältere Kiezbewohner zu Wort kommen zu lassen. 2005 habe ich Bewohner eines Seniorenheims interviewt. Ohne sich bewusst zu sein, dass sie Zeitzeugen waren, lebten sie als einfache Weddinger und Grenzgänger ihren Alltag mitten im Irrsinn der geteilten Stadt, bevor es die Mauer gab…
“Irgendein Laster muss der Mensch ja haben”, sagt Eva Bittner und zündet sich eine Zigarette nach der anderen an. Ihre Augen leuchten auf, als sie beginnt, aus ihrem Leben zu erzählen. Die 69-jährige wohnt seit 16 Jahren im “Seniorenheim an der Panke” in der Koloniestraße. Doch in den Soldiner Kiez hat es sie erst jetzt, durch das Seniorenheim, verschlagen. Aufgewachsen ist sie im Gebiet rund um die Reinickendorfer Straße.

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