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Freilichtbühne Rehberge: Nur Kino hat Saison

„Angezündete Müllcontainer, herausgerissene Kabel, Glasscherben und verrottete Requisiten. Zwischen den Sitzbänken sind schon kleine Birken- und Kiefernbäume gewachsen. Unkraut schießt in die Höhe. Zwei große Graffitibilder sind auf die Bühnenwände gesprüht. Die Tür des kleinen Holzhäuschens am oberen Bühnenrand ist aufgebrochen. Kerzenstümpfe, leere Flaschen, ein Paar Schuhe und eine Decke liegen auf dem Boden – für Privatpartys mit Lagerfeuer und als Notunterkunft für Obdachlose taugt die Freilichtbühne allemal.“ So schrieb die Berliner Zeitung am 9.3.2001 über den verlassenen Ort in den Rehbergen. Wer die zauberhafte Freilichtbühne kennt, die sich seit 1935 sanft in die Sanddünen im nördlichen Teil des Volkspark schmiegt und es an Charme fast mit der Waldbühne aufnehmen kann, wird feststellen, dass es dort heute gänzlich anders aussieht.

Theateraufführungen, Diskos und Konzerte finden jedoch heute auch noch nicht wieder statt. 1946 wurde den Berlinern noch “Was ihr wollt” von William Shakespeare geboten. Und 1980 führte eine Theatergruppe einen Monat lang “Die lustigen Weiber von Windsor” auf. Nina Hagen trat in den achtziger Jahren ebenfalls auf dieser Bühne auf. Der bauliche Zustand der Bühne ließ indes immer weiter zu wünschen übrig. Dem Bezirk Wedding fehlte einfach das Geld für notwendige Reparaturen. Die Bühne wurde daher nur noch selten für Veranstaltungen genutzt. Erneute Versuche des Bezirkes, die Bühne zu nutzen, scheiterten kläglich. Das Bezirksamt verkaufte die Bühne schließlich 2007 für einen Euro.

Der neue Besitzer ist Theaterproduzent Bernd Motschmann. Er ließ die Bühne für 150 000 Euro denkmalgerecht sanieren. Und so konnte im Jahr 2009 der „Räuber Hotzenplotz“ in den Rehbergen aufgeführt werden– das Stück, mit dem Bernd Motschmann schon einmal eine heruntergewirtschaftete Freilichtbühne in Lübeck zum Laufen gebracht hatte.

Im gleichen Jahr begann auch der Betrieb des Freilichtkinos unter der Leitung von Piffl Medien. Diese bewerben “das schönste Kino” im Berliner Norden wie folgt: „1.500 Plätze unterm Sternenhimmel laden zum entspannten Filmvergnügen ein. In lauen Sommernächten bieten wir eine abwechslungsreiche Mischung aus Hollywood und Independent Kino Entdecken Sie aktuelle Highlights, holen Sie die verpassten Kinoerfolge des letzen Jahres nach und genießen Sie die unvergänglichen Meilensteine der Filmgeschichte.“ Der Fluglärm, der das Filmvergnügen mitunter störte, fällt leider auch in dieser Saison noch nicht weg.

Aber sei’s drum: am 25. Mai beginnt wieder eine Kino-Saison in der Freilichtbühne Rehberge. Nur Theater, das wird dort auch in diesem Jahr wieder nicht geboten. Die Berliner Woche kann in ihrer Ausgabe vom 16. Mai die Enttäuschung darüber nicht verbergen: „Zu den Gründen, warum es in diesem Jahr schon wieder nicht geklappt hat mit einem Ensemble, sagt Motschmann nichts.“

Trotzdem: es ist schön, dass die Freilichtbühne wieder genutzt wird. „Zerstört“ und zugemüllt wird sie allenfalls noch bei der Aufführung der „Rocky Horror Picture Show“ im Spätsommer. Und gleich gegenüber gibt es mit der „SchAtulle“ auch wieder Gastronomie am Standort des früheren Parkrestaurants „Gulliver“. – Die Rehberge sind wieder ein Anlaufpunkt für Veranstaltungen – ob mit oder ohne Theateraufführungen!

Programm des Freiluftkinos im Jahr 2012

Über die Geschichte des Volksparks Rehberge

100 Jahre Alhambra, 10 Jahre Multiplex

Die Ecke schlechthin, mit dem Kino Alhambra

Die Ecke schlechthin, mit dem Kino Alhambra

Diese Ecke ist ein alter Kinostandort. Bereits vor 100 Jahren, 1912, wurden im Hinterzimmer des Gartenlokals Sachon Müllerstraße Ecke Seestraße Stummfilme aufgeführt. 1916 wurde daraus ein “richtiges” Kino, das nach Kriegszerstörung 1953 als typisches Fünzigerjahrekino “Alhambra” wiedereröffnet wurde. Dieses Kino mit nur einem Saal prägte den Wedding in der Nachkriegszeit. Erst 1999 wurde es dann abgerissen und durch ein modernes Multiplexkino mit der markanten Glasfassade ersetzt, das schließlich am 8. Mai 2002 eröffnet wurde. Mit dem 14 Millionen Euro teuren Neubau hat sich der damalige Besitzer allerdings finanziell verhoben – heute gehört das Alhambra zur CINEPLEX-Kinogruppe (Quelle: Berliner Woche).

Die beiden Jubiläen werden mit einer Filmreihe in der Sonntags-Matinee gewürdigt, immer um 11 Uhr werden für 7,50 Euro Eintritt Filmklassiker gezeigt:

- am 13. Mai Charlie Chaplin – Lachparade (1916)

- am 20. Mai “Bel Ami” (1930)

- 27. Mai: “Citizen Kane” (1941)

- 3. Juni: “Ein Amerikaner in Paris” (1951)

- 10. Juni: “Der Unsichtbare Dritte” (1959)

- 17. Juni: “Bonny und Clyde” (1967)

- 24. Juni: “Solo Sunny” (1979)

- 1. Juli: “Der Himmel über Berlin” (1986)

- 8. Juli: “Buena vista social club” (1998)

15. Juli: “Avatar” (2009)

- 22. Juli: “The Artist” (2012)

29. Februar, der geschenkte Tag auf der Müllerstraße

Unter dem Motto: „Ein geschenkter Tag“ (Schaltjahr 2012) wird der zusätzliche Tag des Jahres 2012 ganztägig gefeiert.

Über 60 Gewerbetreibende/Dienstleister/Einzelhändler an und um die Müllerstraße beteiligen sich an der Aktion mit besonderen Rabatten, kleinen Aufmerksamkeiten für die Kundschaft, besonderen Beratungsangeboten und Sprechstunden. Abgerundet wird der Aktionstag von einem kleinen Rahmenprogramm. Auch öffentliche und soziale Einrichtungen, wie das Bezirksamt Mitte, die Feuerwehr, die Polizei, der Mieterverein oder das Jugendhaus tragen dazu bei.

Am 29. Februar gibt es in der Müllerstraße nicht nur viele Sonderangebote: Der “geschenkte Tag” bietet auch einen Rahmen für das Zusammentreffen und Kennenlernen von Menschen. Solche Erfahrungen können kaum interessanter und spannender sein als auf der Müllerstraße, wo vielzählige Kulturen aufeinanderprallen. Zu erleben gibt es beispielsweise eine Jam-Session im Antiquitätenladen, eine Breakdance-Performance und eine Hip-Hop-Show im Kino-Foyer des Cineplex Alhambra, die Karate-Kids im Schillerpark-Center, eine Brautmodenschau im türkischen Brautmodengeschäft, das Bezirksamt zu Gast beim Mieterverein mit einer Ausstellung zum Fördergebiet, ein Feuerwehrauto vor dem Rathaus und Filmvorführungen im Café oder Supermarkt. Die Kontraste könnten schöner nicht sein: Haben Sie schon einmal ein Seminar zur Zubereitung veganer Falafel besucht? Oder gehen Sie zur Wurstverkostung bei der traditionellen Neulandfleischerei, zum Bücher-Verschenken ins polnische Restaurant, zur persönlichen Typenberatung bei H&M, zu kostenlosen Beratungsseminaren für Jungunternehmer beim Steuerberater, erkunden Sie die Welt Indonesiens im Indomarkt oder lassen Sie sich in die chinesische Naturheilkunde im Kräuterladen einführen. Und vergessen Sie die Kekstüte und den Luftballon für Ihre Kinder nicht.

Rund um die Müllerstraße gibt es eine Vielzahl engagierter Akteure. Dazu zählen Anwohner, soziale Einrichtungen, wie auch Gewerbetreibende und Behörden, die sich in bereits etablierten Runden Gedanken um die Zukunft ihres Stadtteils machen. Dazu zählen z.B. der Runde Tisch Leopoldplatz oder die Stadtteilvertretung Müllerstraße. Die Idee für den Aktionstag “ein geschenkter Tag” entstand beim zweiten vom Geschäftsstraßenmanagement Müllerstraße initiierten “Händlerfrühstück” Anfang Januar. (Quelle: Geschäftsstraßenmanagement Müllerstraße)

Eberhard Elfert gibt eine Fahrradtour „Die Geschichte und die Zukunft der Müllerstraße“. Dauer ca. 1 ½ Std., Maximal 20 Personen pro Tour. Kostenlose Teilnahme
Start: Weddingplatz, Ende: Gilmore‘s Café – Bar um 13 Uhr und um 16 Uhr, Anmeldung: eberhard.elfert@gmx.de

Programm

2 x Open Air auf dem Leopoldplatz

Open Air Kino + Tango Flyer

Der Open-Air Tango-Abend
Donnerstag, 15.09.2011 von 20:30 Uhr bis 22:30 Uhr

Neben einer Einführung in den Tango, Showtanzeinlagen und einem offenen Tangokurs ist jeder eingeladen, selber das Tanzbein zu schwingen. Es wird ein Tanzboden aufgebaut, für Gastronomie – das heißt Getränke und kleinere Speisen – ist gesorgt.

Das Open-Air Kino
Freitag 16.09.2011 ab 20:30 Uhr

Gezeigt werden zunächst vier Kurzfilme, die als „Best of Interfilm“ zu bezeichnen sind.

Als Hauptfilm wird Kokowääh von und mit Til Schweiger zu sehen sein. Die Darbietung der Filme mittels zweiter historische Projektoren sowie eine Einführung in die Geschichte der bewegten Bilder, machen den Abend zu einem wirklichen Kinoerlebnis.

Die Veranstaltungen sind ein Ergebnis des zivilgesellschaftlichen Engagements der Anrainer des Platzes, die sich im Runden Tisch Leopoldplatz zusammen gefunden haben. Sie sind ein Teil der – von den Bewohnern gewünschten – kulturellen Belebung des Platzes und werden aus Mitteln des Förderprogramms Aktive Zentren sowie weiterer Unterstützer realisiert.

Bei Regen und Kälte findet die Kino-Veranstaltung in der Neuen Nazarethkirche statt (hinterer Teil des Platzes) Schulstraße / Ecke Turiner Straße.
Für die Tango-Veranstaltung informieren Sie sich unter www.wwmarkt.wordpress.com, oder unter der Nummer 030 – 315 09 865 Hier finden Sie auch weiterführende Informationen zu den Veranstaltungen.