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Helfen, den Kiez weiterzuentwickeln: die Zukunftswerkstatt im Paul-Gerhardt-Stift

Detail an der Fassade des Paul-Gerhardt-Stifts

Detail an der Fassade des Paul-Gerhardt-Stifts

Stadtplaner brauchen manchmal viel Fantasie. Für den Aktionsraum Wedding/Moabit, eins von fünf ausgewählten Gebieten Berlins, in dem schwerpunktmäßig Städtebauförderung betrieben wird, haben sich die Planer wohlklingende Namen für die einzelnen Viertel ausgedacht. So entstand auch der Name “Parkviertel“. Wo mag das sein? Nun, es ist das Gebiet zwischen dem Volkspark Rehberge und dem Schillerpark.
Am Freitag, den 23. März findet von 15- 20 Uhr im Paul-Gerhardt-Stift, Müllerstr. 56-58, eine Zukunftswerkstatt für das besagte Parkviertel statt. Bürger, Aktive und politisch Verantwortliche sollen in diesem Workshop die Stärken und Schwächen des Viertels herausarbeiten und Strategien entwickeln.

 

Ähnlich und doch ganz anders: Gesundbrunnen

Die Swinemünder Brücke überspannt die Bahngleise

Die Swinemünder Brücke überspannt die Bahngleise

Hinterhaus in der Badstraße 36

Hinterhaus in der Badstraße 36

Gefühlt noch zum Wedding gehörig – was ja historisch nicht verkehrt ist, denn der Ortsteil war ja von 1920 – 2001 Teil des Bezirks Wedding – ist der Gesundbrunnen. Im Spannungsfeld zwischen Pankow, Prenzlauer Berg und Alt-Mitte liegt dieses bis vor kurzem noch mitleidig belächelte Viertel. Hier zeigt sich das ganze Auf und Ab eines Arbeiterviertels in vielleicht noch drastischerer Form als im heutigen Ortsteil Wedding, also das Gebiet westlich der Reinickendorfer Straße. Schaut man auf die Geschichte und den Ortsnamen Gesundbrunnen, kommt man um die Panke, ihre Mühle und das ehemalige Heilbad am Luisenbad nicht herum. Die Badstraße und die Brunnenstraße, die ganze Kieze prägen, verdanken dieser Mineralquelle ihren Namen. Leider ist der Born um 1890 herum endgültig versiegt und überbaut worden, so dass es heute wie ein Treppenwitz der Geschichte erscheint, dass sich reiche Adelige im 18. Jahrhundert zur Erholung in dieses Gebiet verirrt haben.

Das Luisenhaus erinnert an das Heilbad

Das Luisenhaus erinnert an das Heilbad

Anders als im Ortsteil Wedding hat sich nach der Wiedervereinigung viel im Gesundbrunnen getan, der auf drei Seiten von der Mauer umgeben war und 30 Jahre lang ein Schattendasein führte. Zunächst mit der Eröffnung des Gesundbrunnen-Einkaufscenters, ab 2006 dann mit der Eröffnung des Fern- und Regionalbahnhofs Gesundbrunnen ist dieses Viertel plötzlich wieder ins Bewusstsein der Berliner gerückt. Die Bewohner des Prenzlauer Bergs, sozial und ästethisch eine andere Welt, wagen sich (freiwillig oder unfreiwillig) immer öfter zum Einkaufen, zum Bahnfahren oder einfach aus Neugier in die Kieze am Gesundbrunnen. Schließlich sind die Mieten hier immer noch dramatisch niedriger als im Hochpreisviertel Prenzlauer Berg. Auch findet man im Gesundbrunnen die aufregendere Mischung, oft Menschen aus aller Herren Länder – für immer mehr Berliner ist das eine echte Alternative. Auf dem Standort des Druckoffsetmaschinenherstellers Rotaprint siedeln sich vermehrt Künstler an, und auf dem Gelände eines Busbetriebshofs ist mit den Uferhallen und den Uferstudios Ähnliches zu beobachten.

Der Soldiner Kiez in Gesundbrunnen war um 2000 herum auf dem absoluten Tiefpunkt in der öffentlichen Wahrnehmung – das hat sich geändert, seit viel öffentliches Geld in Image-, Gewerbe- und Kunstförderung gesteckt wurde. Heute wissen nicht nur die Kiezbewohner zu schätzen, dass die historische Bausubstanz und der hohe Grünanteil rund um die Panke eine besonders hohe Wohnqualität bieten.

Kurz: Gesundbrunnen ist der etwas schwierige Halbbruder des Wedding, oft mit den gleichen Problemen, hingegen mit dem ungleich höheren Potenzial, in den Sog seiner östlichen Nachbarbezirke zu geraten.

Die Uferstudios an der Panke

Die Uferstudios an der Panke

Der Wedding jetzt auch als Ortsteil im Web

Zur gemütlichen Ecke!Start in den digitalen Wedding

Der Wedding liegt, nun ja, zwischen Reinickendorf, Moabit und Prenzlauer Berg. Aber ein Ortsteil besteht nicht aus geographischen Koordinaten, Häusern, Parks und Straßen. Es kommt auch auf die Menschen an, die in einem Ortsteil leben, arbeiten und sich engagieren. Anja Wagner von der Agentur FrolleinFlow hat seit einem Netzwerktreffen von Gewerbetreibenden und Künstlern im vergangenen Herbst daran gearbeitet, eine neue digitale Plattform für den Ortsteil Berlin-Wedding ins Leben zu rufen: “In unserem Blog hatten wir den Weg vom Netzwerktreffen bis zur wed2020-Plattform versucht zu dokumentieren: http://frolleinflow.com/blog“, sagt Anja Wagner.  Den Initiatoren ist es wichtig, dass sich im digitalen Raum Wedding 2020 wirklich alle Personen, Kreativen und Firmen  angesprochen fühlen, sich aktiv zu beteiligen. Zunächst sollen die eingebunden werden, die bereits auf Twitter, Facebook oder sonstigen Webangeboten digital unterwegs sind.

Damit aus virtuellen Plattformen reale Begegnungen werden

Ein erster Ergebnis ist seit 16. Januar die neue Plattform “http://wedding2020.mixxt.com“. Auf dieser laufen Veranstaltungshinweise, Links zu Weddinger Websites, Visitenkarten von Akteuren und vieles mehr zentral zusammen. Der Ortsteil soll sozusagen virtuell im Netz abgebildet werden.

“Im ersten Schritt geht es erst einmal darum, eine erste kritische Masse an aktiv Interessierten zu finden, die die Plattform nutzen, um sich auszutauschen”, sagt Anja Wagner. Der Zugang zu der Plattform ist denkbar einfach – man wird intuitiv zu einer Eingabemaske geleitet, wo man sein Projekt eintragen kann. Wobei es jedem Aktiven überlassen bleibt, sich mit einzelnen Akteuren zusammenzutun oder z.B. über die Plattform neue Kooperationspartner zu suchen und mit diesen gemeinsam ein Projekt anzugehen. Für Anja Wagner ist das Ergebnis dieses Prozesses jedenfalls noch offen: “Es ist alles im Fluss und auch wir suchen noch unseren Weddinger Flow!”
Button "Wedding 2020"

Sehenswürdigkeiten im Wedding?

Ortsschild Wedding

Ortsschild Wedding

Kein Fernsehturm und kein Dom….

Was gibt’s im Wedding schon zu sehen? Die Reiseführer werden den Touristen meist um diesen Ortsteil herum leiten, allenfalls bei einer Fahrt mit der U-Bahn verschlägt es den einen oder anderen auch schon mal unter’s Weddinger Straßenpflaster. Doch wer glaubt, dass nur die Top-Attraktionen für Tourismus sorgen, denkt zu eindimensional. Denn wer sagt, dass es einen Fernsehturm, einen Dom und einen Zoologischen Garten braucht, um neugierige Besucher aus anderen Teilen der Welt zu interessieren? Ist nicht die Tatsache, dass hunderttausende Berliner eben nicht in den „angesagten“ und touristisch erschlossenen Stadtteilen wohnen, allein schon ein Grund, vom touristischen Pfad abzuweichen? Wer sich für das echte Berlin, das Berlin der Kieze interessiert, muss in der Innenstadt schon ein wenig suchen. In Neukölln, in Moabit und eben auch im Wedding wird der interessierte Besucher noch am ehesten die für diese Stadt so typische bunte Mischung finden.

Typische Mischung – nun ja, vielleicht gab es die noch is vor wenigen Jahren tatsächlich in den meisten Teilen Berlins. Heute kann davon in Prenzlauer Berg oder Friedrichshain nur noch teilweise die Rede sein. Der Wedding wirkt in seiner Einfachheit wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Doch auch hier beginnen sich die Dinge zu verändern. Ob zum Guten oder zum Schlechten, ist noch nicht absehbar. Die Einen haben Angst vor Gentrifizierung und wollen möglichst wenig Veränderung, die Anderen warten darauf, dass der unübersehbare Abwärtstrend in einigen Straßen des Ortsteils gestoppt wird.

“Wo bin ich eigentlich untergebracht?” – zentral und gut erreichbar

Ob in Hostels, in Gästehäusern, in Ferienwohnungen oder in Hotels – Touristen steuern in zunehmenden Maße eine Weddinger Adresse als Unterkunft an. Dafür sorgt allein schon die zentrale Lage und die gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Vielleicht interessiert sich der eine oder andere Besucher auch für das Umfeld, in dem sich seine Unterkunft befindet. Wer genau hinschaut, wird in jedem der Weddinger Kieze die Besonderheiten entdecken. Jedes Viertel hat seine Charakteristika, seine baulichen „Highlights“, seine gewachsene Struktur, die man nicht einfach erklären kann, wenn man sie nicht selbst erlebt.

Eine Reise in den Wedding kann einen Berlin-Aufenthalt in jedem Fall bereichern, denn der Ortsteil mit all seinen Schönheiten, aber auch „Problemecken“ gehört zum Gesamtbild, das sich ein Fremder von dieser Stadt machen sollte. Wer den Wedding nur aus den Negativschlagzeilen kennt, dafür aber alle Sehenswürdigkeiten aus dem Reiseführer abgeklappert hat, wird nur ein Abziehbild der deutschen Hauptstadt gesehen haben. Wer aber auch den Wedding aus eigener Anschauung kennt, hat Berlin mit seiner Vielschichtigkeit wirklich verinnerlicht.

Ach, und der gewöhnliche Tourist wird sich erstaunt die Augen reiben, wenn er die obere Müllerstraße entlanggeht: vor dem Centre Francais steht doch tatsächlich ein Eiffelturm! Na bitte, geht doch…

Was ein Besucher des Berliner Ortsteils Wedding gesehen haben sollte:

Neue und alte Nazarethkirche direkt hintereinander

Neue und alte Nazarethkirche direkt hintereinander

Leopoldplatz mit Alter Nazarethkirche von Karl-Friedrich Schinkel (sehenswert auch die Kirche St. Paul von Schinkel in der Badstraße Ecke Pankstraße in Gesundbrunnen), an Markttagen ist auch der Leopoldplatz selbst sehenswert.

 

 

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Schattenspiele vor der Siedlung Schillerpark

Schattenspiele vor der Siedlung Schillerpark

Weltkulturerbe Siedlung Schillerpark; holländisch anmutende Wohnsiedlung der Berliner Moderne direkt an einem Park, aus den Jahren 1924-30, Architekten Bruno und Max Taut, BUS 120 Bristolstraße, U Rehberge

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Der Plötzensee mitten in Berlin

Der Plötzensee mitten in Berlin

die Uferpromenade am Berlin-Spandauer Schiffahrtskanal vom Hauptbahnhof am Nordufer entlang bis hin zum Plötzensee

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Unterkünfte im Wedding (Auswahl)

Hostels

Steps Liebenwalder Str. 22

Smart Hostel, Genter Str. 53

Hotels

Centre Francais/Hotel de France

Best Western Osloer Straße

Holiday Inn Gesundbrunnen

Hotel am Luisenbad, Koloniestr. 3

Citylight, Böttgerstr. 3

Gästehäuser

Gästewohnungen in der Ex Rotaprint, Gottschedstr. 4

Jugendgästehaus Nordufer am Plötzensee, Nordufer 28

Jugendgästehaus Antwerpener Str. 40

Jugendgästeeetage Osloer Str. 12

Gästehaus Axel Springer (Virchow-Klinikum) im Deutschen Herzzentrum, Föhrer Str. 14

Zwischen Leopoldplatz und Osramhöfen: Städtische Qualität

Neue und alte Nazarethkirche direkt hintereinander

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vom Verkehr umtoste StatueDas namenlose Viertel zwischen dem Leopoldplatz, der Müllerstraße, der Seestraße und der Reinickendorfer Straße besitzt von allen Weddinger Kiezen mit die geschlossenste Bebauung aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg. Die in ein Gewerbe- und Bürozentrum umfunktionierten Osram-Höfe, einst Europas größte Glühlampenfabrik (erbaut 1904-1910), schließen das Viertel nach Norden hin ab.

Die Mischung macht’s zwischen Leo und Seestraße

In den ruhigeren Seitenstraßen ebbt der Verkehrslärm langsam ab. Originell ist die Malplaquetstraße, an der die unterschiedlich ausgerichteten Querstraßen in einem anderen Winkel abknicken und dreieckige Plätze ausbilden. Interessant ist auch die Liebenwalder Straße mit dem ältesten Haus im Kiez aus dem Jahr 1875 (Hausnummer 2-3), das auch über Wirtschaftsgebäude verfügt.

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Das Karl-Schrader-Haus in der Malplaquetstraße

Das Karl-Schrader-Haus in der Malplaquetstraße

Das Viertel im Schatten des fast 80 Meter hohen Turms der Neuen Nazarethkirche (1891-93 von Max Spitta errichtet) entwickelt sich langsam zu einem dynamischen Kiez mit Cafés, Restaurants und Geschäften für den nicht alltäglichen Bedarf. Gleichwohl gibt es immer noch viele türkische Kulturvereine und ganz normale Geschäfte. An einem verkehrsberuhigten dreieckigen Platz mit einer historischen Wasserpumpe, im Eckhaus der genossenschaftlichen Wohnanlage “Karl-Schrader-Haus” (1904-06), befindet sich mit dem Schrader’s ein gastronomischer Pionier im Wedding: ein ambitioniertes Café-Restaurant, das auch viele Stammgäste aus anderen Stadtteilen anzieht. Aber auch im weiteren Verlauf der Malplaquetstraße oder der Nazarethkirchstraße am Leopoldplatz ballen sich neuerdings Tagescafés, Restaurants und originelle Läden.

Typisch für das dicht besiedelte Viertel ist die funktionierende Mischung – großstädtisch, (noch) nicht überdreht, multikulti und trotzdem an manchen Stellen fast schon dörflich. Vielen Kiezen in Berlin ist diese Zusammenstellung, wenn sie sie denn je hatten, irgendwann in den letzten Jahren verlorengegangen. Nicht so in den Straßenzügen zwischen Osram-Höfen und Leopoldplatz, wo es jede Menge Altbauwohnungen gibt, die meisten noch einigermaßen bezahlbar.

Kein Mangel an Kultur, nur an Grün

Vor der Erika-Mann-Schule

Vor der Erika-Mann-Schule

Kulturell ist der Kiez ebenfalls im Aufwind. Die Lesebühne Brauseboys und der Kulturverein Mastul e.V. müssen in diesem Zusammenhang erwähnt werden. Sogar die Grundschule im Kiez, die Erika-Mann-Schule, geht ihre Lage mitten im sozial schwierigen Umfeld mit einem innovativen Schulkonzept und einer von Designern gestalteten Inneneinrichtung offensiv an. Zahlreiche kleine Galerien kommen und gehen in den vielen Ladengeschäften, die ein solches Altbauviertel nun mal zuhauf besitzt.

Nur an Grün mangelt es dem sehr großstädtischen Gebiet. Der nahe gelegene Schillerpark bietet sich an, aber dafür muss die verkehrsreiche breite Seestraße überwunden werden. Im Süden bietet der langgestreckte Leopoldplatz eine Alternative, doch durch die vielfältigen Nutzungen der Freifläche bleibt dort wenig Raum für Grünes. Dafür gibt es neue Spielplätze, Promenaden und die zwei Nazarethkirchen, von denen die neuere Kirche mit ihrem hohen Turm den Platz beherrscht. In den letzten Jahren ist dieser Stadtraum durch eine Ballung von gesellschaftlichen Randgruppen in Verruf geraten, doch ein Platzmanagement hat zu ersten Erfolgen geführt. Wenn man sich wieder gerne auf dem wichtigsten Platz des Wedding aufhalten mag, werden hoffentlich auch die angrenzenden Quartiere profitieren.

Und wen es woanders hinzieht – keine andere Stelle im Wedding bietet so gute Verkehrsanbindungen mit der BVG. Die Kreuzung zweier U-Bahn-Linien am Leopoldplatz, die Straßenbahn Richtung Prenzlauer Berg und viele Buslinien machen’s möglich. Aber eigentlich gibt es in diesem Viertel fast alles, was zum Leben in der Großstadt gehört.

Die Amsterdamer Straße

Die Amsterdamer Straße