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Dr. Georg Benjamin (1895-1942) – Der Schularzt vom Wedding

Der Name Georg Benjamin taucht in Berlin nur noch selten auf. Viele Orte und Institutionen, die nach ihm benannt waren, wurden nach dem Fall der Mauer entweder umgewidmet oder existieren heute nicht mehr. Lediglich eine kleine Straße in Buch ist ihm geblieben sowie eine Erwähnung in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

Im Wedding sucht man die Spuren Georg Benjamins hingegen vergeblich, obwohl er einen Großteil seines Wirkens just hier entfaltet hat. In der Einfahrt Badstr. 40 hängt eine Berliner Gedenktafel mit seinem Namen. Leicht angestaubt und von der Straße nicht zu sehen. Dort, wo er mit seiner Frau Hilde und dem gemeinsamen Sohn Michael ab 1931 gewohnt hat. Manchen wird das rote Backsteinhaus an der Panke bekannt vorkommen: Einst Produktionsstandort der ältesten Tresorfabrik Simon Joel Arnheims, gibt’s dort an der Panke heute günstige Teppiche, nebenan das für den Gesundbrunnen geschichtsträchtige Luisenhaus und natürlich die Uferstudios gegenüber.

Badstr. 40-41

Ehemals Tresorfabrik S.J. Arnheim, Badstr. 40-41, rechts das Luisenhaus

Ein Amtlicher Schularzt im Roten Wedding

Dr. Georg Benjamin wird am 10. September 1895 als Sohn eines jüdischen Kunsthändlers in Charlottenburg geboren. Sein älterer und wahrscheinlich weitaus bekannterer Bruder ist der Schriftsteller und Philosoph Walter Benjamin (1892-1940), der auf der Flucht vor den Nationalsozialisten an der französisch-spanischen Grenze unter dem Verfolgungsdruck zusammenbricht und sich 1940 in Port Bou das Leben nimmt.

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25 Jahre Mauerfall: Licht aus für die Gleimtunnel-Party

25JahreMauerfallJedes Jahr am 2. Oktober wird abends der Gleimtunnel zwischen Wedding und Prenzlauer Berg für den Autoverkehr gesperrt, weil dann die Gleimtunnel-Party stattfindet. In diesem Jahr wurde dort jedoch viel gebaut und bis vor kurzem war der Tunnel einseitig gesperrt – das hat die Sponsoren verunsichert und nun fällt die achte Gleimtunnel-Party aus. In dem Jahr, in dem der Mauerfall vor 25 Jahren ganz groß gefeiert wird, wird gerade das grenzüberschreitende Ereignis an diesem geschichtsträchtigen Ort nicht begangen.

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Für 20 Ostpfennige durch den Westen

25JahreMauerfallDas 25-jährige Mauerfalljubiläum ist ein Anlass, ältere Kiezbewohner zu Wort kommen zu lassen. 2005 habe ich Bewohner eines Seniorenheims interviewt. Ohne sich bewusst zu sein, dass sie Zeitzeugen waren, lebten sie als einfache Weddinger und Grenzgänger ihren Alltag mitten im Irrsinn der geteilten Stadt, bevor es die Mauer gab…
“Irgendein Laster muss der Mensch ja haben”, sagt Eva Bittner und zündet sich eine Zigarette nach der anderen an. Ihre Augen leuchten auf, als sie beginnt, aus ihrem Leben zu erzählen. Die 69-jährige wohnt seit 16 Jahren im “Seniorenheim an der Panke” in der Koloniestraße. Doch in den Soldiner Kiez hat es sie erst jetzt, durch das Seniorenheim, verschlagen. Aufgewachsen ist sie im Gebiet rund um die Reinickendorfer Straße.

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