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Sanierung gelungen: U-Bahnhöfe im Wedding

Bahnhof Rehberge (C) Stefan Kuhl

Bahnhof Rehberge (C) Stefan Kuhl

Wenn die BVG ihre historischen U-Bahnhöfe saniert, wird das Gesicht mancher Station schon mal bis zur Unkenntlichkeit verändert. Manche architektonische Entgleisung nach früheren Sanierungen oder die Neubauten der 1970er und 1980er Jahre beleidigen das Auge das Fahrgastes auch heute noch. Doch in den letzten Jahren hat sich auch bei den Berliner Verkehrsbetrieben die Sensibilität für die Bewahrung des kulturellen Erbes, das eine über 110 Jahre alte U-Bahn mit sich bringt, erhöht. Sanierte und teilweise in ihren Ursprungszustand zurückversetzte Bahnhöfe wie Mehringdamm, Südstern, Voltastraße oder Gesundbrunnen zeigen: An der Gestaltung der unterirdischen Haltestellen lässt sich ein Stück Zeitgeschichte ablesen, während das an der Oberfläche oft schon nicht mehr möglich ist.

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U-Bahn-Hauptwerkstatt Seestraße

Eingang zur U-Bahn-Hauptwerkstatt

U-Bahn-Werkstatt Seestraße

Hinterhöfe sind typisch für Berlin, denn auch die U-Bahn-Hauptwerkstatt Seestraße befindet sich inmitten eines Hinterhofs – und das schon über 90 Jahre lang.

Die Werkstatt wurde 1923 eröffnet, weil man für das so genannte „Großprofil“ eine neue Werkstatt benötigte. Über die Jahre gab es immer wieder Umbauten.

Aus zwei mach eins: Seit 2006 ist die Betriebswerkstatt Seestraße aufgegeben worden und wird nun komplett als Hauptwerkstatt für den gesamten Wagenpark der Berliner U-Bahn genutzt.

Die Hauptwerkstatt Seestraße ist eine von vier U-Bahn-Werkstätten der BVG. Dabei wird zwischen Hauptwerkstätten (Hw) und Betriebswerkstätten (Bw) unterschieden. In Betriebswerkstätten finden laufende Instandhaltungen, zum Beispiel Scheibenaustausch oder Graffiti-Beseitigung, statt. In Hauptwerkstätten können hingegen die großen regelmäßigen Hauptuntersuchungen durchgeführt werden.

Quelle: BVG plus, Ausgabe 02/2014

Müllerstr. 50, 13349 Berlin

Vor 50 Jahren: Der Wedding straßenbahnfrei

“Als Kind fuhr ich am liebsten mit der Linie 3″, erzählte mir vor ein paar Jahren ein älterer Kollege, der in der Nähe der Osloer Straße aufgewachsen ist. Damals war gerade die Tramtrasse in der Mitte der Osloer- und der Seestraße als “Linie 23″ wiedereröffnet worden. Die historische Ringlinie 3 besaß durch die Teilung der BVG schon seit 1951 einen West- und einen Ostast. Beide Äste begannen bzw. endeten an der Osloer Straße / Grüntaler Straße. Ab dem Mauerbau 1961 war für die Ost-Linie 3 schon vor der Bösebrücke Schluss, wo 1962 an der Björnsonstraße eine Wendeschleife eingerichtet wurde. Letztendlich “überlebte” die Linie 3 aber nur im Ostteil der Stadt: im Westen wurde die Strecke auf der Osloer- und der Seestraße nämlich am 1. August 1964 stillgelegt, das Linienende am Fehrbelliner Platz war nur noch mit Bus und U-Bahn erreichbar. Das ist nun bald fünfzig Jahre her – doch die Geschichte dieser Strecke nahm noch einen interessanten Verlauf.

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