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Wedding-Jahresrückblick Juli 2014: Turnierverlauf

Alle zwei Tage öffnet sich hier im Weddingweiser ein satirisch-literarisches Monatstürchen in das vergangene Jahr mit der Weddinger Lesebühne Brauseboys. Alle Texte werden nach Erscheinen auf der Seite “Weddingrückblick” gesammelt.

JULI 2014 

Turnierverlauf (von Heiko Werning)

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Fußball interessiert mich gar nicht. Wie mich generell kein Sport interessiert. Aktiv schon mal gar nicht, ist ja klar. Aber auch dem Zuschauen kann ich nicht viel abgewinnen. Allerdings, und darauf lege ich Wert, nicht, weil ich Sport minderwertig finde oder primitiv oder doof, sondern aus demselben Grund, warum ich mich nicht für bildende Kunst, Architektur oder Molekularchemie interessiere – interessiert mich halt nicht, so faszinierend und komplex all diese Felder auch sein mögen. Wenn man sich dafür interessiert. Mach ich aber nicht.

Aber die Gesellschaft interessiert mich. Und da ist, man kann es nicht leugnen, Fußball ein nicht ganz unwichtiger Teil. Und wenn ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung gleichzeitig auf den Fernseher guckt und die gleichen Bilder sieht, dann faszinieren mich diese Bilder schon deshalb. Und schon ist man in der Falle. Denn Fußball, zumindest die großen Turniere, sind wie große Opern. Oder Seifenopern. Egal. Man kennt bald die Akteure, die lustigsten Schiedsrichter, die gemeinsten Blutgrätscher, die tragischsten Ballvertändler, ständig gibt es große Emotionen, auf dem Platz, auf der Straße, man kann sich dem nicht entziehen.

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Wedding-Jahresrückblick Juni 2014: Der Weddinger Psychologe

Alle zwei Tage öffnet sich hier im Weddingweiser ein satirisch-literarisches Monatstürchen in das vergangene Jahr mit der Weddinger Lesebühne Brauseboys. Alle Texte werden nach Erscheinen auf der Seite “Weddingrückblick” gesammelt.

JUNI 2014 

Der Weddinger Psychologe, den ein Fußballspiel an sein Tourette erinnerte (von Volker Surmann)

Angeblich ist er Psychologe. Ein schwuler Psychologe, der zum WM-Gucken ins Vereinslokal kommt. Dass er Psychologe ist, merkt man sehr schnell, doch spätestens nach dem 2. Hefeweizen ahnen wir, dass er zudem an einer Art alkoholindizierten Therapeutentourette leidet.

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Die Kolumne: Vielfalt der Welt

Über die Bürgerinitiative „Wedding hilft!“

Osloer Straße Gesundbrunnen und StephanuskircheWedding hilft! Einen besseren Namen hätte sich diese Bürgerinitiative gar nicht geben können. Nachdem bekannt wurde, dass in der Pank- und in der Gotenburger Straße Unterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet werden, waren sich sehr schnell sehr viele Weddinger einig: Hier sind wir gefragt! Wir wollen helfen!

Wer wissen will, was diese Initiative auf die Beine stellt, braucht bloß mal einen Blick auf deren Facebook-Seite zu werfen. Hier engagieren sich Menschen, die nicht nur Kleidung, Küchenutensilien oder Schuhe spenden, sondern ganz menschlich versuchen, jenen Zuwendung geben, die vor Unmenschlichkeit flüchten mussten.

Wedding hilft! Das ist auch deshalb ein toller Name, weil er so viel Verständnis, so viel Mitgefühl transportiert. Und weil genau damit jene Tugenden des sogenannten christlich-jüdischen Abendlandes transportiert werden, die in Dresden und anderswo zwar beschrieen, aber in Wirklichkeit mit Füßen getreten werden. Das Allerschönste an diesem Namen aber ist: Die Helfer aus dem Wedding selbst repräsentieren die Vielfalt unserer Welt. Und ihnen ist egal, ob sie dem Morgen- oder Abendland entstammen.

Autor: Ulf Teichert

Die Kolumne erscheint ebenfalls samstags im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

Website von Wedding hilft