Kategorie: Mein Wedding

Die Kolumne: Unter Nachbarn

viertelDie Wohnung oben würde ich gern mal sehen. Ich stelle sie mir vor wie einen Hobbykeller – mit Schummerlicht und unzähligen, mit schweren Apparaten voll gestellten Ikea-Regalen, die nicht lasiert oder lackiert wurden, einem Berg von Werkzeugen im Zentrum und einem kleinen, mickrigen Hibiskus auf der Fensterbank. Den Hibiskus habe ich einmal aus der Nähe gesehen, als die Frau im dritten Stock die Urlaubspflege übernahm und das Pflänzchen durch das Treppenhaus getragen wurde. Der Besitzer ist ein Herr mit schütterem Haar und Brille. Er wirkt ruhig – wie einer, der einfach nichts zu sagen oder viel zu verbergen hat. Doch die schweren Vibrationen und der kreischende Gesang seiner Bohrmaschine, die sich durch den Stahlbeton quält, sind stets präsent im ganzen Block.

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Dr. Georg Benjamin (1895-1942) – Der Schularzt vom Wedding

Der Name Georg Benjamin taucht in Berlin nur noch selten auf. Viele Orte und Institutionen, die nach ihm benannt waren, wurden nach dem Fall der Mauer entweder umgewidmet oder existieren heute nicht mehr. Lediglich eine kleine Straße in Buch ist ihm geblieben sowie eine Erwähnung in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Weiterlesen

Schachschule: Der König hält den Geist auf Trab

schach1Die Eröffnung seines Tages sei eine Schachtaktikübung am Computer, sagt Harald Fietz, das sei wie Frühsport am offenen Fenster. Der 54-Jährige sitzt an einem der beiden langen Tische in der „Schach Kultur Wedding“, der Schachschule im Soldiner Kiez. Der Schachjournalist nutzte im Jahr 2009 die Gunst der Stunde und entschied sich für das Ladenlokal in der Wriezener Straße 35, zusammen mit Partnerin Swantje Munser. „SCHACHSCHULE“ verkündet das Schild an der Wand des Hauses, darauf auch das Logo, blauer König und rote Dame.

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