Kategorie: Kolumne

Die Kolumne: Vielfalt der Welt

Über die Bürgerinitiative „Wedding hilft!“

Osloer Straße Gesundbrunnen und StephanuskircheWedding hilft! Einen besseren Namen hätte sich diese Bürgerinitiative gar nicht geben können. Nachdem bekannt wurde, dass in der Pank- und in der Gotenburger Straße Unterkünfte für Flüchtlinge eingerichtet werden, waren sich sehr schnell sehr viele Weddinger einig: Hier sind wir gefragt! Wir wollen helfen!

Wer wissen will, was diese Initiative auf die Beine stellt, braucht bloß mal einen Blick auf deren Facebook-Seite zu werfen. Hier engagieren sich Menschen, die nicht nur Kleidung, Küchenutensilien oder Schuhe spenden, sondern ganz menschlich versuchen, jenen Zuwendung geben, die vor Unmenschlichkeit flüchten mussten.

Wedding hilft! Das ist auch deshalb ein toller Name, weil er so viel Verständnis, so viel Mitgefühl transportiert. Und weil genau damit jene Tugenden des sogenannten christlich-jüdischen Abendlandes transportiert werden, die in Dresden und anderswo zwar beschrieen, aber in Wirklichkeit mit Füßen getreten werden. Das Allerschönste an diesem Namen aber ist: Die Helfer aus dem Wedding selbst repräsentieren die Vielfalt unserer Welt. Und ihnen ist egal, ob sie dem Morgen- oder Abendland entstammen.

Autor: Ulf Teichert

Die Kolumne erscheint ebenfalls samstags im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

Website von Wedding hilft

Die Kolumne: Das Wunder vom Wedding

Gesobau erwirbt vom Bund Wohnungen

Cite Joffre TourcoingstrEs geschehen noch Wunder. Auch im Wedding. Da hat doch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) nicht wie sonst üblich nach Höchstgebot verkauft, sondern der Gesobau die 84 Mietwohnungen im Quartier Cité Wedding zum Verkehrswert überlassen. Ein Deal mit Signalwirkung. Sollte ihn das Finanzministerium abnicken, dürfte es der BImA bei künftigen Verkäufen schwer fallen, ihre Berliner Liegenschaften ausschließlich an den Meistbietenden zu veräußern. Was in der Regel zur Folge hatte und hat, dass dort hochpreisiger Neubau entsteht oder die dort wohnenden Menschen mit Mieterhöhungen konfrontiert werden, die sie meist nicht leisten können. Genau das soll den Mietern im Kiez zwischen Londoner und Themsestraße erspart bleiben, die Gesobau versprach, „auf Luxusmodernisierungen, Umwandlungen und Ähnliches zu verzichten“. Ein Präzedenzfall, der auch Druck macht auf all jene Politiker, die glauben, Stadt nur mit Baulöwen entwickeln zu können. Für den Mauerpark allerdings kommt dieses Wunder leider zu spät …
Autor: Ulf Teichert
Die Kolumne erscheint ebenfalls samstags im Berliner Abendblatt, Ausgabe Wedding.

Die Kolumne: Waren alle Fenster in der DDR zugemauert, Mama?

25JahreMauerfallDie beiden Halbweddingerinnen wissen vermutlich nicht, wovon ich spreche. Fast jeden Tag überqueren sie die ehemalige Grenze nahe der Bernauer Straße. Mal laufen sie hinüber zum Mitte-Wohnsitz, mal radeln sie zurück zum Wedding-Domizil. Manchmal fahren sie mit der U-Bahn unten durch, gelegentlich folgen sie dem Grenzstreifen mit der Straßenbahn in Richtung Prenzlauer Berg ohne einen Gedanken an die Bedeutung des historischen Schauplatzes.

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