Kategorie: Grüner Wedding

Friedhof am Plötzensee: Was ist mit den Ehrengräbern passiert?

Straßenkarte 1915

Strassenkarte von 1915 (wikipedia.org), click to zoom

Dohnagestell. Nach einem alten Adelsgeschlecht benannt, trennt diese Strasse vom Eckernförder Platz ausgehend im Verlauf den Plötzensee von den Rehbergen. Als Spaziergänger passiert man auf seinem Weg durch allerlei Dickicht und Grün ein teils recht verwildertes Friedhofsgelände. Es wurde einst von drei verschiedenen evangelischen Gemeinden ab 1865 dort angelegt und war auch bekannt als Friedhof am Plötzensee. Doch erst, wenn die Strasse zumindest für motorisierte Fahrzeuge zu Ende scheint, erst dann steht man am eigentlichen Eingang des Friedhofs.

Zugegeben, nur wenig erinnert an jener Stelle an einen Friedhof. Heute ist dieser Teil des ehemaligen Friedhofsareals abgeräumt und als öffentliche Grünfläche umgewidmet. Während aller Jahreszeiten entspannen und joggen gemeine Weddinger wie Zugereiste hier, führen ihre Vierbeiner aus oder rasen mit ihren Mountainbikes über’s Grün.

Ich bin sicher, die meisten Besucher des Plötzensees werden just diese Stelle kennen: Dohnagestell 4. Dort befindet sich das gut erhaltene Haus des Friedhofswärters. Es ist ein Haus mitten im Wedding, mitten im Grün. Sowas fällt ins Auge. Wer von uns hat nicht mindestens einmal neidische Blicke in die Einfahrt dieses idyllisch gelegenen Hauses geworfen und geseufzt? Von mir jedenfalls weiß ich es.

Dieses wunderschöne Haus auf der einen sowie eine kleine Ehrenanlage für die gefallenen Gemeindemitglieder des 1. Weltkriegs 1914-18 auf der anderen Seite des Weges scheinen neben dem Brunnenrest sowie einigen Baumzeugen die letzten historischen Bauzeugen jenes Friedhofs am Plötzensee zu sein.

Grabanlage für die im 1. Weltkrieg Gefallenen

Verschwundene Grabanlage heute, Friedhofswärterhaus links

Bis jetzt, denn auch sie scheint im Begriff Geschichte zu werden. Spaziert man neuerdings an jener Stelle entlang, um beispielsweise vom Plötzensee in die Rehberge zu changieren, so fällt auf: Die Grabanlage, sie ist verschwunden. Zwar ist das von Emil Cauer dem Jüngeren in den 1920er Jahren entworfene Kriegerdenkmal an Ort und Stelle verblieben, doch die ansonsten mit Efeu gestaltete Anlage macht jetzt einen kahlen bis abgeräumten Eindruck. Keine Steine, keine Umzäunung, nur aufgewühlte Erde.

Kriegerdenkmal von Emil Cauer dem Jüngeren

Kriegerdenkmal von Emil Cauer dem Jüngeren, 1920er Jahre

Seitdem ich die Gedenk- und umfangreichen Grabanlagen in und um Verdun besucht habe, achte ich auf Gedenkorte des 1. Weltkrieges immer ein wenig mehr. Sofern man sie denn überhaupt noch zu Gesicht bekommt. Geschichte geht weiter. Auch Friedhöfe werden zu Orten, an denen wieder Leben statt findet. Das ist auch gut so. Ich möchte diesen Gedenkort als Teil des Friedhofs am Plötzensee in Erinnerung behalten, denn auch die Umwidmung ist ein Kapitel in dessen Geschichte.

Leider konnte ich nichts Näheres über eine etwaige Umwidmung oder Umgestaltung der Grabanlage finden. Sofern jemand Genaueres in Erfahrung bringen kann, bin ich für jeden Hinweis dankbar.

 

 

Als Geschichtspädagoge mit Berliner Wurzeln schreibt Tobias unter weddingerberg.de im weitesten Sinne über das Thema Familie: Ein Elternblog über die ersten Grundschritte als Vater sowie das Leben mit einer töchterlichen Naturgewalt und über die Fragen, die dieses radikal neue Leben aufwirft. Ohne erhobenen Zeigefinger. Manchmal mit einem Augenzwinkern, manchmal ohne.

Zwei Kiezläufer nehmen Abschied

anneGerd1In der Koloniestraße 129 haben Anne Klein und Gerd Minor an jedem Werktag den Quartiersladen aufgeschlossen. Wenig später fing ihre wichtigste Aufgabe an: Die beiden Kiezläufer drehten ihre Runde durch den Soldiner Kiez. Sie befüllten die sechs Hundekotbeutelspender, meldeten illegale Müllhaufen, verteilten Plakate und Flyer im Stadtteil, sahen bei den Kiezeinrichtungen nach dem Rechten und erinnerten Hundehalter an den Leinenzwang. Zwischen Koloniestraße, Prinzenstraße, Soldiner Straße, Panke-Grünzug, Franzosenbecken und Osloer Straße sind Anne Klein und Gerd Minor in den vergangenen drei Jahren zusammen mehr als 3000 Kilometer unterwegs gewesen. Pro Jahr hat jeder von beiden dabei etwa die Strecke von Berlin-Mitte nach Aachen zurückgelegt. Sie kennen den Kiez wie kaum jemand sonst. Vor einem  Monat liefen ihre Stellen aus, im Kiez werden sie seitdem von vielen vermisst.

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Osramhöfe: Drei grüne start-ups gewinnen den „Green Alley Award 2014“

01-Green-Alley-Award_alle-GewinnerIn den Weddinger Osramhöfen wurde der „Green Alley Award 2014“ verliehen. Für das heutige Finale des Gründerwettbewerbs „InnoWASTEon – grüne Start-ups gesucht“ wurden sieben Teams aus insgesamt 70 Bewerbern ausgewählt. In jeweils drei Minuten konnten sie ihre Geschäftsmodelle einer Jury präsentieren. Die drei Sieger RePack, FoodLoop und GreenLab Berlin erhalten ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro und können im Green Alley Coworking Space in den Osramhöfen miteinander an ihren Geschäftsmodellen weiterarbeiten.

Der Preis wurde vom Berliner Gründernetzwerk Green Alley und der Crowdfunding Plattform Seedmatch im Frühjahr 2014 initiiert. Damit sollen junge Gründer gefördert werden, die sich mit den Herausforderungen der Wegwerfgesellschaft beschäftigen.

Auswahlkriterien für den „Green Alley Award“ waren der Beitrag der Geschäftsideen zu einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf sowie der Mehrwert für die Gesellschaft und den Verbraucher. „Fachliches Know-how und eine gute Idee allein reichen nicht aus. Daher haben wir bei unserer Auswahl auch auf die Motivation sowie die Präsentations- und Begeisterungsfähigkeit der Gründer geachtet“, sagte Jan Patrick Schulz, Geschäftsführer Green Alley GmbH unserem Weddingweiser Daniel Gollasch bei der Preisverleihung.