Die Kolumne: Unter Nachbarn

viertelDie Wohnung oben würde ich gern mal sehen. Ich stelle sie mir vor wie einen Hobbykeller – mit Schummerlicht und unzähligen, mit schweren Apparaten voll gestellten Ikea-Regalen, die nicht lasiert oder lackiert wurden, einem Berg von Werkzeugen im Zentrum und einem kleinen, mickrigen Hibiskus auf der Fensterbank. Den Hibiskus habe ich einmal aus der Nähe gesehen, als die Frau im dritten Stock die Urlaubspflege übernahm und das Pflänzchen durch das Treppenhaus getragen wurde. Der Besitzer ist ein Herr mit schütterem Haar und Brille. Er wirkt ruhig – wie einer, der einfach nichts zu sagen oder viel zu verbergen hat. Doch die schweren Vibrationen und der kreischende Gesang seiner Bohrmaschine, die sich durch den Stahlbeton quält, sind stets präsent im ganzen Block.

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Dr. Georg Benjamin (1895-1942) – Der Schularzt vom Wedding

Der Name Georg Benjamin taucht in Berlin nur noch selten auf. Viele Orte und Institutionen, die nach ihm benannt waren, wurden nach dem Fall der Mauer entweder umgewidmet oder existieren heute nicht mehr. Lediglich eine kleine Straße in Buch ist ihm geblieben sowie eine Erwähnung in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. Weiterlesen

Gleimtunnel: Licht aus für die Party?

25JahreMauerfallJedes Jahr am 2. Oktober wird abends der Gleimtunnel zwischen Wedding und Prenzlauer Berg für den Autoverkehr gesperrt, weil dann die Gleimtunnel-Party stattfindet. In diesem Jahr wurde dort jedoch viel gebaut und bis vor kurzem war der Tunnel einseitig gesperrt – das hat die Sponsoren verunsichert und nun fällt die achte Gleimtunnel-Party aus. In dem Jahr, in dem der Mauerfall vor 25 Jahren ganz groß gefeiert wird, wird gerade das grenzüberschreitende Ereignis an diesem geschichtsträchtigen Ort nicht begangen.

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